Blähungen - Der Druck im Bauch
Jeder von uns hat ab und an etwas Luft im Darm, welche dann über den After entlassen wird. Völlig normal ist auch, dass dabei gelegentlich Gerüche entstehen, welche durch Darmbakterien verursacht werden, die schwefelhaltige Gase produzieren. Diese Art von Blähungen sind harmlos und verschwinden meistens von ganz allein wieder, jedoch können Blähungen auch krankhaft bedingt sein.Blähungen und ihre Symptome
Leidet man unter Blähungen, kommt es bei der Verdauung zu einer gesteigerten Gasbildung im Dickdarm (Meteorismus). Allerdings können Blähungen auch durch verschluckte Luft entstehen. Häufig ist der Bauch dabei leicht vorgewölbt und fühlt sich gespannt an. Besonders Säuglinge leiden in den ersten Wochen unter Blähungen (Dreimonatskoliken). Blähungen, welche ohne weitere zusätzliche Beschwerden auftreten, besitzen keinen Krankheitswert und verschwinden so schnell wieder, wie sie gekommen sind. Treten Blähungen jedoch mit Völlegefühl, Magendrücken, Krämpfen und kolikartigen Bauchschmerzen auf, liegt eine gestörte Verdauung vor, die eine ärztliche Ursachenabklärung verlangt. Häufig kommen dann auch noch Verstopfung und/oder plötzliche krampfartige Durchfälle hinzu. Treten diese Beschwerden zusammen und über Monate oder Jahre auf, ohne dass eine organische Erkrankung nachweisbar ist, spricht man von einem Reizdarm (Colon irritabile).
Ursachen von Blähungen
Grundsätzlich können Blähungen eine Vielzahl von Ursachen haben. Sie können einerseits durch nervöse Zustände hervorgerufen werden oder andererseits organisch bedingt sein. Der häufigste Grund für Blähungen, ist jedoch eine unausgewogene Ernährung.

Folgende Ursachen können hinter vermehrten Blähungen stecken:
• Stress, Angst, Depressionen
• Blähende Speisen wie Hülsenfrüchte, Kohlgemüse, Lauchgemüse, Rohkost, Getreide und Nahrungsmittelzusätze wie Sorbit
• Lufthaltige Nahrungsmittel wie Getränke mit viel Kohlensäure, Sahne, Softeis, Bier
• Übermäßiger Alkohol-, Kaffee- und Nikotingenuss
• Übermäßiger Verzehr ballaststoffreicher Kost
• Zu süße und fetthaltige Kost
• Luftschlucken durch hektisches Essen
• Erkrankungen des Magens (wie z. B. Reizmagen)
• Reizdarm
• Organische Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt
• Gestörte Darmflora (z. B. nach einer Antibiotikabehandlung oder bei Pilzinfektionen)
• Milchzuckerunverträglichkeit
• Nahrungsmittelallergien
Der Grund für Blähungen ist allerdings auch häufig ein vermehrter bakterieller Abbau von Fetten, Kohlenhydraten oder Ballaststoffen durch Darmbakterien. Es kann aber auch eine ganz andere Grunderkrankung, wie z. B. eine Leberzirrhose mit Pfortaderhochdruck, welcher zu einer gestörten Verdauung führt, die Ursache für Blähungen sein. Bei den so genanten Dreimonatskoliken von Babys ist wahrscheinlich das noch nicht ausgereifte Verdauungssystem der Grund.

Was hilft gegen Blähungen?
• Bei stress- oder nahrungsmittelbedingten Blähungen, sollten die auslösenden Faktoren gemieden werden (besonders auf blähungsfördernde Nahrungsmittel verzichten).
• Nach dem Essen sind leichte Bewegungen zu empfehlen, da diese Bewegungen den Darm massieren und somit den Weitertransport der Nahrung beschleunigen.
• Auch das Auflegen einer Wärmflasche kann Blähungen vertreiben, da die Wärme krampflösend wirkt. Deshalb eignen sich auch feuchtwarme Leibwickel und warme Sitzbäder.
• Gedünstetes Gemüse ist wesentlich bekömmlicher und besser verdaulich, als beispielsweise rohes Gemüse. Zusätzlich fördert ein gutes Kauen der Nahrung die Ausscheidung der weitestgehend unverdaulichen Nahrungsbestandeile (so auch das Sprichwort: „Gut gekaut ist halb verdaut“).
• Als altes Hausmittel helfen auch Tees mit Fenchel, Anis, Kümmel oder Pfefferminze, denn sie wirken entblähend und beruhigen Magen und Darm.
• Trinken Sie vor dem Essen ein stilles Mineralwasser in kleinen Schlucken.
• Auch eine Bauchmassage mit leicht kreisenden Bewegungen kann hilfreich sein, den Bauch zu entspannen und dadurch die Blähungen zu vertreiben.
• So genannte „Entschäumer“ aus der Apotheke (als Kautablette oder Suspension mit Dimeticon oder Simethicon) tragen dazu bei, dass sich überschüssige Luftbläschen im Darm auflösen.
• Pflanzliche Bittermittel, wie Enzian- oder Angelikawurzel, in Form von Tropfen helfen bei Völlegefühl. Sie wirken verdauungsfördernd sowie appetitanregend, und sind in Magen-Darm-Tees häufig mit blähungstreibenden Arzneipflanzen kombiniert.
• Bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse vertreiben Verdauungsenzyme in Tablettenform die Blähungen.
• Sinnvoll bei krampfartigen Bauchschmerzen sind spasmoltische (krampflösende) Tropfen, Tabletten oder Zäpfchen.

Vorbeugungsmaßnahmen
Nehmen Sie sich viel Zeit für Ihre Mahlzeiten und kauen Sie Ihr Essen gründlich. Verzichten Sie außerdem auf blähende Speisen und meiden Sie Alkohol, Süßigkeiten und Nikotin. Bewegen Sie sich ausreichend und treiben Sie Sport. Sorgen Sie zusätzlich für eine gute natürliche Verdauung.
Weitere Informationen über Blähungen:
Wikipedia die freie Enzyklopädie
Veröffentlicht: 01/2007, von Anika Saager
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