apotheke2u - Medikamente aus Ihrer Apotheke

Ich lebe gesund.

Startseite > Gesundheits-Ratgeber > Wurmbefall bei Kindern


Wurmbefall bei Kindern

Kann Ihr Kind nachts nicht mehr schlafen? Hat es Bauchschmerzen und juckt sich häufig am Po? Ist es tagsüber unkonzentriert, reizbar und müde? Dann kann es vielleicht sein, dass Ihr Kind unter Madenwürmer leidet. Die häufigste Wurmerkrankung bei Kindern ist nämlich der Madenwurmbefall. Weltweit sind schätzungsweise etwa ein Drittel aller Kinder mit Madenwürmern infiziert.


Madenwürmer

Diese Parasiten gehören wegen ihres Aussehens zu der Gruppe der Fadenwürmer, da sie weißen Nähfäden ähneln. Ein Madenwurmbefall wird in der Fachsprache auch Enterobiasis oder Oxyuriasis genannt und tritt bevorzugt bei Kleinkindern und Schulkindern auf. Die männlichen Würmer sind ca. 5 mm groß, wobei ihr hinteres Ende eingerollt ist. Die Weibchen sind dagegen viel größer, erreichen eine Länge von bis zu 13 mm und ihr Schwanz verläuft dünn und gerade. Madenwürmer sind Lebewesen, die sich auf die Kosten eines anderen Organismus ernähren und dort auch leben, wie z. B. im Menschen. Deshalb werden sie auch Parasiten genannt. Sie erreichen im Durchschnitt eine Lebenszeit von 3 Monaten. Grundsätzlich können sie überall vorkommen und Menschen jeder Altersklasse infizieren. Aber hauptsächlich leben Madenwürmer im Dickdarm von Kindern. Da diese Würmer extrem widerstandsfähig sind, können sie mehrere Wochen in Kleidern, Spielsachen oder Möbeln überleben.


Symptome eines Wurmbefalls

Der Großteil von Madenwurmerkrankungen verläuft ganz ohne Beschwerden, jedoch gibt es typische Anzeichen, die auf eine Infektion hinweisen:
• Häufiger Juckreiz im Afterbereich.
• Schlafstörungen
• Tagesmüdigkeit
• Konzentrationsstörungen
• Reizbarkeit
• Appetitlosigkeit
• Allgemeines Unwohlsein
• Gewichtsverlust
• Bei Mädchen wird gelegentlich vaginaler Ausfluss beobachtet.
• Im Stuhl, am After oder im Schafanzug sind kleine, weiße Würmer sichtbar.

Ein Arzt wird eventuell ein so genanntes "Tesa-Abstrich-Präparat" machen. Wobei ein Tesastreifen auf die Afterhaut geklebt und abgezogen wird. Vorhandene Wurmeier können dann unter dem Mikroskop identifiziert werden.


Ursache und Verbreitung von Madenwürmern

Hauptsächlich werden Madenwürmer durch mangelnde Hygiene und nachlässiges Händewaschen verursacht sowie verbreitet. Eine Infektion kann aber auch durch den Verzehr von fäkaliengedüngtem rohen Gemüse, Obst oder Salat, kothaltigen Staub sowie direkter Kontakt mit betroffenen Personen (enger Kontakt beim spielen mit Kindern), oder verunreinigten Gegenständen ausgelöst werden. Am häufigsten kommen Kinder mit Parasiten in Kontakt, da sie oft ihre ungewaschenen Finger in den Mund stecken und so die Eier des Madenwurms in ihren Körper gelangen. Die Eier entwickeln sich dort innerhalb von vier bis acht Stunden zu ausgewachsenen Würmern. Wenn das Kind nachts schläft, verlassen die weiblichen Würmer den After und legen ihre Eier in der Analregion (in nächster Umgebung des Darmausgangs) ab. Die weiblichen Madenwürmer sterben dadurch. Da die Eier in der Analgegend einen heftigen Juckreiz auslösen, wird besonders in der Nacht während des Schlafes (aber auch tagsüber) unbewusst gekratzt. Dadurch bleiben die Wurmeier unter den Findernägeln haften. Nimmt das Kind anschließend die Finger in den Mund, gelangen die Eier wieder in den Körper und die Infektion beginnt von neuem. Oder es berührt danach Gegenstände, womit sich dann auch andere Menschen infizieren können. Denn die Eier sind schon vier bis sechs Stunden nach der Eiablage infektiös. Diese Selbstinfektion (Autoinfektion) wird auch als „After-Finger-Mund-Weg“ bezeichnet.


Mögliche Folgen bei einem nicht behandelten Wurmbefall

• Durch häufiges Kratzen verbreitete Wurmeier, können bei Mädchen eine Scheidenentzündung verursachen.
• Es kann aber auch um den After herum zu einem Ekzem oder Einrisse der Haut bzw. Schleimhaut, infolge des Kratzens, kommen.
• Auch Blinddarmentzündungen und Dickdarmgeschwüre können mögliche Folgen eines unbehandelten Wurmbefalls sein.


Was kann ich dagegen tun?

Um eine weitere Übertragung zu vermeiden, sollten Madenwürmer auf jeden Fall behandelt werden. Dazu sind jedoch einige Hygienemaßnahmen notwendig. Zu denen gehören kurz geschnittene Fingernägel, tägliches Duschen, regelmäßiges Waschen der Hände (vor allem nach dem Toilettengang) und das Auskochen von Handtüchern, Unter- und Nachtwäsche. Um eine Staubinfektion zu verhindern, sollte die Matratze mit einen Desinfektionsmittel abgewischt und die Wäsche bis zum waschen in einen geschlossenen Plastiksack aufbewahrt werden. Die Toilette sowie die Spielutensilien nach der Benutzung eines erkrankten Kindes immer mit heißen Wasser und Spülmittel reinigen. Zur medikamentösen Behandlung gibt es verschiedene Wurmmittel in Säften und Tablettenform. Bewährte Anthelminithikums sind hier Pyrantel oder Mebendazol. Durch den Arzneistoff Pyrantel werden die Würmer gelähmt und dann lebendig aber bewegungsunfähig aus dem Körper ausgeschieden. Der Wirkstoff Mebendazol dagegen, tötet die Würmer ab. Allerdings wird dieser erst bei Kindern über zwei Jahre verwendet. Häufig reicht bei den Parasitentötenden Medikamenten eine einmalige Einnahme, jedoch wird diese sicherheitshalber nach ein bis zwei Wochen wiederholt. Sauerkraut und Karotten können zusätzlich die Wurmkur unterstützen. Familienmitglieder werden meist vorbeugend mitbehandelt da beschwerdefreie Angehörige sonst die Ursache für eine erneute Infektion mit Madenwürmern sein können. Nach jeder Therapie muss ein Wäsche- und Bettwäschewechsel erfolgen, um eine Reinfektion zu vermeiden.


Vorbeugungsmaßnahmen

• Schneiden Sie die Findernägel Ihres Kindes immer kurz.
• Versuchen Sie Ihrem Kind beizubringen, keine Gegenstände in den Mund zu nehmen und sich regelmäßig (besonders nach dem Toilettenbesuch und dem Spiel im Freien) die Hände zu waschen.
• Achten Sie auf eine gründliche und regelmäßige Reinigung der Analregion Ihres Kindes.
• Waschen Sie Obst und Gemüse sorgfältig, bevor es verzehrt wird.
• Halten Sie Fliegen von Lebensmitteln fern.
• Wechseln Sie regelmäßig die Kleidung Ihres Kindes.
• Lassen Sie auch Haustiere, wie Hunde und Katzen, von Zeit zu Zeit auf Wurmbefall überprüfen.


Andere Wurmarten, von denen Kinder befallen werden

Kinder werden des Öfteren auch von Spulwürmern befallen. Diese 15-35 cm langen, weißlichen, spitz zulaufenden Würmer gehören auch zu der Gruppe der Fadenwürmer. Die Infektionsquellen gleichen der eines Madenwurmbefalls. Spulwürmer nisten sich im Larvenstadium in der Lunge und dem Bronchialsystem ein. Wenn sie später ausgewachsen sind, halten sie sich in der Schleimhaut des Dünndarms auf. Ein Spulwurmbefall (Askariasis) kann sich durch Atembeschwerden, Husten, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Krämpfe und Durchfall äußern. Allerdings besteht bei Spulwürmern nur eine geringe Gefahr einer Selbstinfektion, im Gegensatz zu Madenwürmern.


Weitere Informationen über Wurmbefall:

Wikipedia die freie Enzyklopädie


Veröffentlicht: 02/2007, von Anika Saager






Mehr zum Thema im Gesundheits-Ratgeber



Kostenloser Newsletter
Wir möchten mit Ihnen in Kontakt bleiben und informieren Sie regelmäßig über unsere neusten Angebote und Ratgeberthemen.
Jetzt anmelden