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Volksleiden Rückenschmerzen

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal über Rückenschmerzen klagen konnte. Weshalb sie sich den Namen „Volkskrankheit“ mehr als jede andere Krankheit verdient hat. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung haben damit schon Bekanntschaft gemacht. 60 bis 70 Prozent leiden regelmäßig unter Rückenschmerzen, wodurch sie zum zweithäufigsten Grund für Arztbesuche werden.


Häufig verschwinden die ersten Rückenschmerzen von alleine wieder, weshalb sie selten ernst genommen werden. Jedoch kommt es bei dem größten Teil der Betroffenen zu erneuten Beschwerden, welche zahlreiche Ursachen haben können. Einige leiden sogar unter chronischen Rückenschmerzen, von denen man spricht, wenn die Schmerzen länger als zwölf Wochen anhalten.


Auslöser von Rückenbeschwerden

Rückenschmerzen können durch körperliche, psychische, verhaltens- und haltungsbedingte Faktoren, äußere sowie umweltbedingte Einflüsse entstehen. Häufig beeinflussen sich diese Faktoren gegenseitig. Im ersten Stadion treten meist lokale, unspezifische Beschwerden auf. Damit gemeint sind Schmerzen, welche auf die betroffene Wirbelsäulenregion beschränkt bleiben. Sie äußern sich z. B. als Anspannung, Morgensteifigkeit der Gelenke und des Rückens, Abgeschlagenheit und Schwäche. In der Regel werden solche Symptome nicht wahrgenommen oder durch Aktivität verdrängt. Im nächsten Stadion entwickeln sich stärkere Beschwerden mit längerer Krankheitsdauer, welche dann häufig durch Reizung oder Schädigung von Nervenwurzeln in den Beinen oder Armen ausstrahlen. Ein Auslöser für diese Art von Rückenschmerzen kann z. B. ein Bandscheibenvorfall sein.

Unterschieden wird grundsätzlich zwischen dem plötzlich auftretenden Rückenschmerz (Lumbago), dem chronischen Rückenschmerz (Lumbalgie), dem Beinschmerz (Ischialgie) und dem Wurzelreizsyndrom mit Kreuzschmerzen sowie Beinschmerzen (Lumboischialgie).


Die häufigste Ursache von Rückenschmerzen sind Muskelverspannungen, die benachbarte Nerven reizen. Der Ursprung dieser Verspannungen kann allerdings an einer völlig anderen Stelle, als der des Schmerzes sein. So können Schmerzen in den Armen, der Schulter oder in den Fingern, von Schäden an der Halswirbelsäule entstehen. Starke Rückenschmerzen, Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen können auch durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst werden. Denn im Normalfall liegen die Bandscheiben als eine Art gelee-gefüllte „Stoßdämpfer“ zwischen einzelnen Wirbeln, wobei diese allerdings nicht das Rückenmark berühren. Durch Verschleiß, Fehlhaltungen, einseitige Belastung, Bewegungsmangel, Veranlagung oder muskuläre Schwäche kann sich die Bandscheibe jedoch verschieben und auf den Rückenmarksnerven drücken. Dabei tritt die Geleemasse aus dem Bandscheibenkern heraus und man spricht von einem Bandscheibenvorfall.

Plötzlich auftretende Schmerzen, wie z. B. bei einem Hexenschuss, können die Bewegungsfähigkeit stark einschränken und sogar das Sitzen, sowie geringste Bewegungen sehr schmerzhaft machen. Diese Schmerzen werden durch Verschleißerscheinungen, Verspannungen der Rückenmuskulatur, Wirbelbrüche, Fehlbelastungen oder Bandscheibenvorfälle verursacht. Da ein Hexenschuss und Ischiasbeschwerden häufig Vorboten oder Anzeichen eines Bandscheibenvorfalls sind, ist eine sofortige ärztliche Hilfe notwendig, damit die Schäden wie Muskelschwäche, Lähmungen oder Gefühlsstörungen nicht dauerhaft bleiben.

Weitere Auslöser von Rückenschmerzen können aber auch chronische Erkrankungen wie Rheuma oder Osteoporose, angeborene oder in der Wachstumsphase erworbene Wirbelsäulenverkrümmungen, Verrenkungen der kleinen Wirbelgelenke (durch ungeschickte, plötzliche Bewegungen), Depressionen und psychischer Stress sowie andere Erkrankungen wie Entzündungen oder Tumore sein.


Hilfe bei Rückenschmerzen

Viele Betroffene beißen bei Rückenschmerzen einfach die Zähne zusammen und versuchen sich einfach wenig oder gar nicht zu bewegen. Doch leider setzt dieses Verhalten häufig einen Teufelskreis in Gang: Denn die Schonhaltung führt zu Verspannungen und diese wiederum zu vermehrten Schmerzen. Der Schmerz verstärkt sich also immer mehr, bis er kaum noch auszuhalten ist oder chronisch wird.

Schmerzmittel
Der erste Schritt zur Linderung von akuten Rückenschmerzen sind meist Schmerzmittel. Hierzu werden nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) verwendet, welche nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend wirken. Bei Schmerzen die durch eine eingeklemmte Nervenwurzel hervorgerufen und durch einfache Schmerzmittel nicht gelindert werden, können örtlich betäubende Mittel und/oder Kortisonspritzen eingesetzt werden. Das entzündungshemmende Kortison wird dabei direkt in den schmerzenden Bereich gespritzt. In der Regel klingen die Schmerzen schon nach kurzer Zeit ab. Allerdings darf diese Behandlung nur kurzfristig erfolgen, da Kortison zu viele Nebenwirkungen besitzt. Bei schweren, chronischen Schmerzen ist es manchmal erforderlich Opioide einzusetzen. Derzeit haben Schmerzpflaster die das Opioid Fentanyl über drei Tage kontinuierlich abgeben, die längste Wirkdauer.


Pflanzliche Mittel
Stressbedingte Rückenschmerzen können zwar auch durch Schmerzmittel gelindert werden, jedoch bleibt die Ursache bestehen. Um dem Teufelskreis aus Stress, depressiver Verstimmung, Schmerzen und weiterem Stress zu entgehen, können pflanzliche Präparate helfen. Johanniskraut hemmt z. B. den Abbau der „Glücksbotenstoffe“ Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. So wird die Stimmung stabilisiert und damit der Teufelskreis durchbrochen.


Wärme oder Kälte
Als besonders wohltuend und schmerzlindernd bei akuten Rückenschmerzen wird Wärme in Form von Rotlicht, Wärmflaschen oder Fangopackungen empfunden. Auch spezielle Wärmesalben oder Pflaster, mit pflanzlichen Wirkstoffen wie Capsaicin oder Weidenrindenextrakte, können helfen. Diese gefäßerweiterten Substanzen fördern die Durchblutung, entspannen die verkrampfte Muskulatur und wirken zusätzlich schmerzstillend. Jedoch ist Wärme nur am Anfang der Erkrankung sinnvoll, da bei längerer Anwendung die Gefahr eines „Rückzugs in die Krankheit“ und damit der Übergang von akuten zu chronischen Schmerzen besteht. Sollten sich die Rückenschmerzen durch Wärme verschlimmern, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da eventuell entzündliche Prozesse beteiligt sein können.
In einigen Fällen kann jedoch Kälte besser als Wärme helfen. Wickel oder Eisbeutel wirken ebenfalls durchblutungsfördernd und schmerzlindernd.


Akupunktur und Strom
Im Rahmen von Schmerztherapien wird seit Jahren erfolgreich Akupunktur eingesetzt. Diese traditionelle chinesische Medizin hat das Ziel, Energieflüsse im Körper durch das oberflächliche Einstechen von Nadeln günstig zu beeinflussen, sowie bestimmte Organe anzuregen oder in ihrer Aktivität zu "dämpfen". Häufig wird zusätzlich die Moxibution (eine Wärmebehandlung) angewandt, bei der auf oder über der Haut Kräuter verbrannt werden, um die Akupunkturpunkte durch Wärme anzuregen. Dabei wird die Haut natürlich nicht geschädigt. Zur Linderung von Rückenschmerzen können aber auch die Bewegungslehre (Tai Chi) und die Kräutertherapie (aus der chinesischen Medizin) beitragen.

Bei verschleißbedingten Wirbelsäulenerkrankungen eignen sich am besten Elektrotherapien, da der Strom vor allem tiefer gelegene Schichten der Rumpfmuskulatur erreicht. Die Muskulatur wird dadurch entspannt, die Schmerzen gelindert und geschwächte Muskeln gestärkt.


Schonhaltung und Physiotherapie
Zur Besserung der Rückenschmerzen ist die richtige Schonhaltung besonders wichtig. Dazu muss als erstes die Wirbelsäule entlastet werden, indem der Körper flach auf dem Rücken liegt und die Unterschenkel auf einem Schaumstoffwürfel, Hocker oder einem Kissenberg. Diese Stufenlagerung entspannt die Gelenkkapseln, verringert den inneren Druck der Bandscheibe, erweitert den Wirbelkanal sowie die Zwischenwirbellöcher und entlastet so die Wirbelsäule. Eine Bettruhe, wie sie früher verordnet wurde, sollte nicht länger als zwei Tage andauern. Denn in erster Linie muss die Wirbelsäule stabilisiert und die Muskulatur gestärkt werden und dieses kann nur durch Bewegung geschehen. Dafür ist zunächst die Physiotherapie, Krankengymnastik oder Rückenschule zuständig. Ziel dieser ist es, durch spezielle Übungen, den muskulären Halteapparat der Wirbelsäule zu verstärken, um Bänder und Bandscheiben zu entlasten und die Beweglichkeit zu erhalten. Auf Grund der teilweise starken Schmerzen können die erforderlichen Übungen häufig jedoch nur in Verbindung mit einer Schmerzbehandlung durchgeführt werden.


Entspannungstechniken
Zur Vorbeugung, Linderung und Heilung von Rückenschmerzen trägt maßgeblich ein harmonisches Wechselspiel zwischen Bewegung und Entspannung bei. Denn wenn die Seele aus dem Gleichgewicht gerät, verschlimmern sich Rückenschmerzen. Stress, Leistungsdruck, Ängste und Konflikte sorgen nicht nur für eine innerliche Anspannung, sondern erhöhen auch die Grundspannung der Muskulatur, welche dann schneller als ein entspannter Körper ermüdet. Dadurch wird die Rückenmuskulatur überlastet und verursacht Schmerzen. Für ein Entspannungstraining kommen verschiedene Methoden in Betracht, wie z. B. Yoga, Massagen, Meditationen, etc.

Bei den meisten Rückenschmerzen reichen Medikamente, Krankengymnastik und Bewegung aus, um die Beschwerden zu beseitigen. Jedoch sollte auch auf genügend Entspannung geachtet werden, denn: Verspannung verursacht Schmerzen und Entspannung lindert Schmerzen.


Vorbeugen ist besser als leiden

Rückenschmerzen lassen sich fast immer auf den weit verbreiteten Mangel an Bewegung, Fehlhaltungen der Wirbelsäule, sowie einseitige Belastungen in Beruf und Alltag zurückführen. Der damit einhergehende Verlust des gesunderhaltenden Wechsels zwischen Be- und Entlastung führt zur Schwächung der Muskulatur, einer mangelhaften Ernährung der Bandscheiben und letztendlich zu einer Abnutzung der Wirbelgelenke. Wodurch dann die Schmerzen verursacht werden. Deshalb ist es wichtig rechtzeitig vorzubeugen!


Richtig Stehen
Wichtig ist es, den Rücken im Stehen immer gerade zu halten. Ist bei manchen Tätigkeiten, wie z. B. beim Bügeln, die Ausübung von etwas Kraft erforderlich, muss die Arbeitsfläche etwa zehn Zentimeter unter der Ellenbogenhöhe liegen. Aber auch bei anderen Hausarbeiten (wie Staubsaugen oder Spülen) ist eine gerade Haltung wichtig. Zusätzlich sollte das Gewicht öfters von einem Bein auf das andere verlagert werden.

Richtig Aufstehen
Selbst beim Aufstehen am Morgen kann der Rücken schon geschont werden, allerdings nur mit der richtigen Technik: Dazu die Beine anziehen, sich mit Schulter und Hüfte auf die Seite drehen, mit den Armen aufstützen und aufsetzen. Beim Aufrichten aus dem Sitzen möglichst die Arme zur Hilfe nehmen. Dabei den Oberkörper nach vorn beugen und das Gleichgewicht ganz auf die Beine verlagern.

Richtige Schuhe
Füße dürfen nie eingeengt sein. Rückenschonend sind bequeme Schuhe mit abgedämpfter Sohle, in denen der Fuß abrollen kann. Schuhe mit hohen Absätzen wirken sich dagegen ungünstig auf den Rücken aus, da sie das Becken kippen lassen und den Rücken so ins Hohlkreuz bringen.


Lasten richtig heben
Schwere Lasten sollten immer nah am Körper mit gebeugten Beinen gehoben und getragen werden. Beim Heben unbedingt mit geradem Rücken in die Knie gehen und aus den Beinen heraus heben. So kann deutlich weniger Gewicht auf die Wirbelsäule wirken. Für ganz schwere Sachen wird am besten ein Einkaufswagen oder eine Sackkarre zum transportieren benutzt. Ist dies nicht möglich, sollte die Last zu zweit getragen werden. Beim Verschieben schwerer Gegenstände lehnt man sich besser mit ganzem Körper dagegen, da das Schieben und Ziehen mit den Armen den Rücken schadet. Es empfiehlt sich auch schwere Einkaufstüten auf beide Arme zu verteilen und Handtaschen von einer auf die andere Schulter zu wechseln.


Regelmäßig Bewegung und Sport
Da Sport die Muskeln stärkt und gut gegen Verspannungen hilft, sind rückenfreundliche Sportarten, welche die körperliche Ausdauer fordern, besonders sinnvoll. Dazu gehören z. B. Schwimmen (insbesondere Rückenkraulen), Rad fahren, Nordic Walking, Gymnastik, Wandern, Joggen oder Inline-Skaten. Diese Sportarten stärken gleichzeitig Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit. Wichtig ist dabei aber die richtige Technik, denn selbst rückenfreundliche Sportarten können bei fehlerhafter Ausführung schädlich sein. Ungeeignet sind Sportarten, bei denen die Wirbelsäule zu stark belastet wird, wie Tennis, Squash, Badminton, Reiten, Rudern oder Kegeln. Zudem muss vor jedem Sport eine Aufwärmung erfolgen, da Kälte zu einer Verhärtung der Muskulatur und zu Zerrungen führt. Sogar vor Aktivitäten wie Gartenarbeit. Zusätzlich sollte so viel Bewegung wie möglich in den Tagesablauf integriert werden. Zum Beispiel öfters mal die Treppe statt den Fahrstuhl benutzen, das Auto lieber mal stehen lassen und Fahrradfahren, oder zu Fuß gehen. Bei vorwiegend sitzender Tätigkeit darauf achten, sooft es geht vom Sitzen zum Stehen zu wechseln und für ausreichende Entspannungspausen zu sorgen. Auch täglich zehn Minuten Rückentraining durch einfache gymnastische Übungen können schon viel bewirken.

Übergewicht vermeiden
Zur Vorbeugung von Rückenschmerzen ist neben ausreichender Bewegung auch ein gesundes Essverhalten unabdingbar. Denn Übergewicht ist ein häufiger Grund für Schmerzen, da es den Rücken stark belastet.


Quelle
www.schmerz-forum.de

Weitere Informationen über Rückenschmerzen
Paul Oldenkott, Rückenschmerzen wirksam lindern und vorbeugen
Dietmar Krause/Helga Freyer-Krause, Was für den Rücken gut ist
Wikipedia die freie Enzyklopädie


Veröffentlicht: 03/2012, von Anika Saager






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