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Trockene Haut - Kosmetisches oder medizinisches Problem?

Ist die Haut schön und gesund, fühlt man sich wohl. Äußere Einflüsse und die biologisch bedingte Hautalterung machen es der Haut jedoch nicht leicht, stets blendend auszusehen. Trockene Haut ist mehr als andere Hauttypen für umweltliche und alkalische Einflüsse sowie für bestimmte Erkrankungen anfällig.


Trockene Haut kann krankheits bedingt, altersbedingt oder auf äußere Einflüsse wie zu häufiges Sonnen und Duschen zurückzuführen sein. In allen Fällen fehlen ihr Lipide und/oder natürliche Feuchthaltefaktoren wie zum Beispiel Harnstoff. Deshalb können auch Menschen mit nicht krankheitsbedingter trockener Haut von medizinischen Präparaten, die den Lipid- oder Harnstoffmangel ausgleichen, Linderung erwarten. Das erklärte Dr. Med. Michael Hornstein, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen, bei einer Veranstaltung in Düsseldorf.


Dr. Hornstein warnte davor, trockene Haut als rein kosmetisches Problem zu betrachten. Denn eine Haut, die trocken ist und juckt, hat echten Krankheitswert und bedarf daher einer rechtzeitigen und gezielten Behandlung. Der Dermatologe betonte, dass eine wirksame Behandlung der trockenen Haut und ihrer Begleitsymptome vorrangig mit medizinischen Präparaten erfolgen sollte, die hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit eingehend klinisch geprüft sind.


Medizinische Präparate aus der Apotheke, die die Haut fetten bzw. den Wasserverlust der Haut ausgleichen und vermindern, hätten zudem den Vorteil, meist preiswerter zu sein als exklusive Kosmetika.

Zur gleichmäßigen Fettung trockener Haut haben sich seit Jahren medizinische Ölbäder bewährt, die den Lipidmangel der Haut wiederherstellen. Zur Verbesserung der Hautfeuchtigkeit gibt es harnstoffhaltige Präparate. Enthalten diese zusätzlich Polidocanol als örtlich schmerzstillende Substanz, kommt zu der wirkungsvollen Feuchtigkeitsbindung eine schnelle juckreizstillende Wirkung.


Bei der Hautreinigung, so Hornstein, werden viele vermeidbare Fehler gemacht. Zu häufiges, zu heißes und zu langes Duschen und Baden und die ständige Verwendung herkömmlicher Bade- und Duschzusätze zerstören den natürlichen Fett-Schutz-Film der Haut, den die trockene Haut alleine nicht wiederherstellen kann.


Daher empfiehlt Dr. Hornstein einen sparsamen Umgang mit tensidhaltigen Reinigungssubstanzen und die Verwendung medizinischer Ölbäder beim Duschen oder Baden. Um die Haut vor Feuchtigkeitsverlust zu bewahren, sollten zusätzlich harnstoffhaltige Präparate genommen werden.

Zur Vorbeugung vor Austrocknung, vorzeitiger Alterung und Juckreiz sollte die Haut so gut es geht vor schädigenden Umwelteinflüssen wie Sonne, Kälte, starken Temperaturschwankungen und trockener Heizungsluft geschützt werden.


Für Betroffene heißt das, gerade in der Wintersaison mindestens zwei Liter täglich trinken und die Haut zusätzlich mit einem medizinischen Präparat pflegen, da die trockene Heizungsluft die Haut austrocknet. Auf enge Kleidung und Hautkontakt mit synthetischen Stoffen sollten Personen mit trockener, zu Juckreiz neigender Haut verzichten.


Veröffentlicht: 02/2010, von Anika Saager






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