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Volkskrankheit Durchblutungsstörungen

Besonders im zunehmenden Alter sind Durchblutungsstörungen häufige Begleiter. Diese entstehen entweder langsam oder treten plötzlich auf, wobei jeder Teil des Körpers betroffen sein kann. Vorrangig handelt es sich jedoch um Füße, Beine oder Hände, die schlecht durchblutet werden. Allerdings sollten Durchblutungsstörungen nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn sie können auch ein Auslöser für ernsthafte Erkrankungen sein.


Durchblutungsstörungen stehen in den Industrieländern auf Platz 1 der Volkskrankheiten. Dies ist einerseits auf die höhere Lebenserwartung und andererseits auf die zunehmenden Wohlstandserkrankungen, die das Auftreten von Gefäßerkrankungen fördern, zurückzuführen.
Durchblutungsstörungen können akut auftreten oder infolge einer chronischen Gefäßerkrankung, der so genannten Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Arteriosklerose beschreibt eine Ablagerung an den Gefäßwänden, die zu einer Hinderung des Blutflusses führt. Somit können die jeweiligen Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, was neben Schmerzen zu Funktionsstörungen oder zum Zellsterben führt und sich durch einen Herzinfarkt oder Schlaganfall äußern kann.


Wie äußern sich Durchblutungsstörungen?

In Abhängigkeit von der Körperstelle und der Schwere der Durchblutungsstörung äußern sich auch die Symptome unterschiedlich. Dabei wird zunächst zwischen akuten und chronischen Beschwerden unterschieden. Erstere äußern sich durch Krankheitszeichen wie Schmerzen, Blässe und Kältegefühle, Taubheitsgefühle, Muskelschwäche, Krämpfe oder Lähmungen sowie Pulsverlust.
Eine chronische Durchblutungsstörung wird häufig auch als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet, wobei sich der Name auf die durch Schmerzen bedingten Gehpausen, die dem Betrachter als Schaufensterbummel erscheinen können, ableitet. Diese Durchblutungsstörung tritt häufig bei Rauchern an den Beinen auf und beschreibt eine periphere arterielle Verschlusskrankheit, welche durch eine fortgeschrittene Arteriosklerose verursacht wird. Bei körperlicher Muskelaktivität werden die Muskeln nicht genügend mit Sauerstoff versorgt.
Die arterielle Verschlusskrankheit differenziert mehrere Stadien:


Stadium I
Bei diesem Stadium ist der Betroffene neben leichten Gehbeschwerden sowie gelegentlichen Kälte- und Taubheitsempfindungen nahezu beschwerdefrei.
Stadium II
Der Betroffene leidet bei Belastung unter Schmerzen (automatisches Hinken beim Gehen), die jedoch in der Ruhephase wieder nachlassen. Zudem wird zur Bestimmung der schmerzfreien Gehstrecke zwischen dem Stadium IIa (mehr als 200 Meter) sowie dem Stadium IIb (weniger als 200 Meter) differenziert.
Stadium III
Der Betroffene leidet auch im Ruhezustand zum Beispiel beim Liegen oder Hochlagern der Beine unter Schmerzen.


Stadium IV
Im Stadium IV sind die Durchblutungsstörungen so schwerwiegend, dass es zur Schädigung von Gewebe sowie Entzündungen oder Geschwüren kommt. In diesem Zustand ist auch von einem Raucherbein die Rede, wobei meist beide Beine, jedoch in unterschiedlichem Ausmaß betroffen sind. In vielen Fällen verläuft die Erkrankung schmerzfrei und ohne Auffälligkeiten, so dass sie durch eine fehlende Vorsorge erst in diesem Stadium festgestellt wird und beispielsweise bei Diabetikern bereits die Nerven beschädigt wurden. Bedrohlich werden Durchblutungsstörungen allerdings, wenn diese von lebenswichtigen Organen wie Gehirn oder Herz kommt.
Häufig geht eine durch mangelnde Durchblutung hervorgebrachte Unterversorgung mit folgenden Symptomen einher: eine glänzende und glatte Haut an den betroffenen Stellen, eine Verdickung der Nägel, eine Wachstumsstörung der Fußnägel oder auch ein Ausfall der Beinbehaarung. Ein schlecht durchblutetes Gewebe ist auch mit einer schlechten Abheilung äußerer Wunden oder Hautabschürfungen verbunden.


Ursachen und Risikofakturen

Die Ursachen von Durchblutungsstörungen sind sehr weitreichend, so dass es einer gründlichen Untersuchung bedarf, um die genauen Auslöser zu ermitteln. Die Verkalkung der Blutgefäße (Arteriosklerose) wird als Hauptursache betrachtet. Allerdings können auch andere Faktoren wie eine Embolie, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Bindegewebsrheuma sowie Gefäßentzündungen oder eine Herzschwäche Durchblutungsstörungen verursachen. Häufig lösen auch bestimmte Medikamente wie Antidepressiva oder Betablocker Durchblutungsstörungen aus. Zudem begünstigen einige Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Durchblutungsstörungen im Laufe der Zeit. Hierzu zählen:
• Rauchen
• Diabetes (Zuckerkrankheit)
• Bluthochdruck (Hypertonie)
• Bewegungsmangel
• Übergewicht
• Ernährungsdefizite (zu viel Kaffee und Alkohol, Mangel an B-Vitaminen, Magnesium, Calcium und Kalium)
• erhöhte Blutfettwerte (zu hoher LDL-Cholesterinspiegel)
• Gicht


Behandlungsmaßnahmen

Durchblutungsstörungen werden in zweierlei Hinsicht behandelt. Dabei ist es zum einen wichtig, die Ursache festzustellen, um das Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern und zum anderen die auftretenden Symptome anzugehen. Aus diesem Grunde sind für die einzelnen Stadien folgende Ziele vorgesehen:

Stadium I
Eine Verschlechterung der Erkrankung vermeiden.
Stadium II
Die Gehstrecke soll verbessert werden.
Stadium III und IV
Die Gliedmaßen bzw. Körperteile erhalten.

Sind die Durchblutungsstörungen mit starken auftretenden Beschwerden verbunden, werden Medikamente mit einer durchblutungsfördernden und gerinnungshemmenden Wirkung verabreicht. Hierzu dienen beispielsweise Infusionen, welche Blutgerinnsel bei einem akuten Gefäßverschluss beseitigen sollen. Darüber hinaus können auch Heparine oder Antithrombotika injiziert werden, um die Bildung von Blutgerinnseln zu unterbinden. Zudem werden unterstützend auch schmerzstillende Mittel zugeführt.


Leider sind in einigen schwerwiegenden Fällen chirurgische Eingriffe unumgänglich. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn die Schmerzen nicht anderweitig behandelt werden können oder das Gewebe bereits beschädigt ist. Mit Hilfe des chirurgischen Eingriffs können folgende Behandlungen durchgeführt werden: Eine verstopfte Arterie wird geweitet (Angioplastie) oder ausgeschält (Desobliteration, Thrombendarteriektomie), Nerven der betroffenen Stellen werden durchtrennt (Sympathektomie) oder es wird eine Umgehung der verstopften Stelle angelegt (Bypass). Eine weitere Methode zur Behandlung von Durchblutungsstörungen ist der Laser. Der Eingriff an einem erkrankten Gefäß erfolgt zum einen sanfter als bei herkömmlichen Methoden und zum anderen verkürzt der Laser auch die Operationsdauer. Eine letzte Möglichkeit, die jedoch nur durchgeführt werden sollte, wenn sich Entzündungen und Wundbrand bereits auf weitere Körperstellen ausgebreitet haben, ist die Amputation (Abtrennung von Glieder oder Gliedmaßen).

Die Gefäßchirurgie ist nicht in der Lage, die Ursache oder bestehende Grunderkrankung zu behandeln, welche für eine Durchblutungsstörung ausschlaggebend ist, sondern nur die in Erscheinung tretenden Symptome. Aus diesem Grunde ist es umso wichtiger, vorbeugend zu agieren, gegebenenfalls die Lebensweise zu ändern und regelmäßige ärztliche Kontrollen durchführen zu lassen.


Veröffentlicht: 02/2012, von Anika Saager






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