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Sonnenbrand - Rot und schmerzhaft

Kaum zeigt sich der Sommer von seiner schönsten Seite, tummeln sich die Menschen in Schwimmbädern, auf Wiesen oder am See und genießen ein Bad in der Sonne. Doch viele vergessen sich dabei zu schützen und verursachen (durch übermäßige Sonneneinstrahlung) einen Sonnenbrand auf der Haut, welcher schwere Folgen haben kann.


Sonnenlicht ist nicht nur lebenswichtig, sondern steigert auch die Aktivität und hebt die Stimmung. Jedoch darf die Gefahr der Sonnenstrahlen nicht unterschätzt werden. Die Sonne gibt ihre Energie nämlich nicht nur in Form von sichtbarem Licht und wärmender Infrarotstrahlung ab, sondern auch als unsichtbares ultraviolettes (UV-) Licht. Dieses UV-Licht kann bei zu intensiver Einwirkung die oberste Hautschicht schädigen und damit einen Sonnenbrand verursachen. Besonders gefährdet sind hellhäutige Personen und Kinder.


Ein Sonnenbrand (Dermatitis solaris) ist medizinisch gesehen eine durch UV-Strahlung verursachte Verbrennung der Haut. Verbrennungen ersten Grades äußern sich durch Rötungen, Juckreiz und Überempfindlichkeit der Haut. Dabei ist die Rötung scharf auf die ungeschützten Hautbezirke begrenzt. Kommt es jedoch auch zu Schmerzen, Schwellungen, offene rote Wundflächen, Blasenbildung und anschließender Ablösung der obersten Hautschicht, spricht man von Verbrennungen zweiten Grades. Die ersten Symptome eines Sonnenbrands machen sich in der Regel 6 bis 24 Stunden nach der Sonneneinwirkung bemerkbar. Besonders sonnenbrandgefährdete Stellen sind die so genannten Sonnenplateaus. Dies sind Hautstellen, die der Sonne zugewandt sind, wie z. B. Stirn, Nase oder Schultern. Sehr empfindlich sind aber auch die Lippen und Füße (Fußspann).

Normalerweise sollen die zahlreichen Schutz- und Reparaturmechanismen der Haut, einer Schädigung durch UV-Licht entgegenwirken. Jedoch reicht die Pigmentierung der Haut irgendwann nicht mehr aus, um die schädlichen und sonnenbrandauslösenden UV-B-Strahlen abzublocken. Denn je nach Hautpigmentierung kann jede Haut unterschiedlich viel UV-Licht vertragen (Eigenschutzzeit), bevor es zum Sonnenbrand kommt. Ist die Eigenschutzzeit der Haut aufgebraucht, was besonders schnell bei Kindern, sehr hellhäutigen Menschen und zu intensiver Sonneneinstrahlung der Fall ist, dringen die Strahlen in tiefere Hautschichten vor und sind dort für die Ausschüttung von so genannten Entzündungsmediatoren verantwortlich. Das Ergebnis sind Entzündungsreaktionen mit den typischen Symptomen eines Sonnenbrands.


Ursachen dafür sind z. B.:
• zu lange und zu intensive Sonnenbäder
• Verwendung von Sonnencreme mit zu niedrigem Lichtschutzfaktor bzw. Nichtanwendung von Sonnenschutzmittel
• Unterschätzung der Stärke der Sonnenstrahlen (z. B. an bewölkten Tagen, im Schatten oder in großen Höhen)
• Unterschätzung der Sonneneinstrahlung durch Reflektion (z. B. im Wasser, am Strand oder im Schnee) - durch die hellen Flächen, wird hier das Licht besonders stark reflektiert
• Die Einnahme bestimmter Medikamente, welche die Lichtempfindlichkeit erhöhen (wie z. B. Antibiotika, Johanniskraut oder ätherische Öle)


Folgeschäden

Bei einem starken Sonnenbrand kann es auch zu Fieber, Übelkeit, Schwindel und Kreislaufbeschwerden kommen. Nicht selten gehören auch Schüttelfrost und Erbrechen dazu. In solchen Fällen liegt zusätzlich zum Sonnenbrand ein Sonnenstich oder Hitzschlag vor, welcher nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Hierbei ist unbedingt ärztliche Hilfe erforderlich. Des Weiteren können durch den Sonnenbrand Verdickungen der Haut (Lichtschwielen) oder depigmentierte Narben zurückbleiben. Außerdem beschleunigen häufige Sonnenbrände und regelmäßige Sonnenbäder die vorzeitige Hautalterung. Dies macht sich durch äußere Zeichen wie Faltenbildung und Altersflecken bemerkbar. Nicht zu vergessen, dass Sonnenbrände langfristig die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. Denn durch die UV-Strahlen kann die Erbinformation (die DNS) in den Zellen beschädigt werden. Da unser Körper aber nur in der Lage ist, diese Schäden bis zu einem gewissen Grad zu regenerieren, erhöht jeder Sonnenbrand das Risiko, im Laufe der Jahre, an bösartigen Hauttumoren (Melanom) zu erkranken. Laut Studien sind vor allem Menschen gefährdet, die im Kindesalter oft den Sonnenstrahlen ausgesetzt waren und häufig Sonnenbrände hatten. Sowie Personen mit heller Haut, mit roten oder blonden Haaren oder Leberflecken (Leber- und Pigmentflecken).


Was tun bei Sonnenbrand?

Grundsätzlich richtet sich die Behandlung eines Sonnenbrands immer nach dem Schweregrad der Verbrennung. In jedem Fall sollte aber jegliche weitere Sonnenbestrahlung so lange vermieden werden, bis der Sonnenbrand abgeklungen ist. Stärkere Verbrennungen mit Blasenbildung und Begleiterscheinungen (wie Fieber, Schmerzen, Schüttelfrost und Übelkeit) müssen unbedingt ärztlich behandelt werden. Auch Kinder sollten mit einem Sonnenbrand immer zum Arzt. Denn dieser kann z. B. entzündungshemmende Cremes und Medikamente verschreiben. Bei leichteren Verbrennungen helfen kühlende, feuchte Umschläge die Beschwerden der betroffenen Hautbereiche zu lindern. Auch Eiswürfel, kalte Kompressen, Quarkwickel, Gurkenscheiben oder gestrichener Jogurt auf der Haut, können zur Kühlung verwendet werden. Zudem ist es wichtig, reichlich Flüssigkeit aufzunehmen, d. h. also viel Trinken. Gegen die Schmerzen helfen ggf. Medikamente mit Acetylsalicylsäure oder Paracetamol. Um die Heilung der Haut zu unterstützen und das Austrocknen zu verringern, eignen sich spezielle After-Sun-Lotionen und andere feuchtigkeitsspendende Gels und Lotionen, welche wundheilende Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol oder Aloe enthalten. Da die Haut nach ein paar Tagen ganz trocken ist und sich beginnt zu schuppen, empfehlen sich hier auch rückfettende Cremes. Wichtig ist zudem, eventuell entstandene Blasen nicht selbst zu eröffnen, da sonst eine Infektionsgefahr besteht.


Wie kann man sich schützen?

Sonnenschutzcreme verwenden
Zu empfehlen sind Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor (z. B. LSF 20), welche mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad aufgetragen werden. Diese sollte man nach dem Baden immer wieder erneuern, auch wenn sie als wasserfest deklariert sind. Denn je gründlicher das Produkt aufgetragen wurde und je höher der LSF, desto besser ist auch der Sonnenschutz. Dabei sagt der LSF der Sonnencreme aus, wie viel länger man sich der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Dadurch wird also die Eigenschutzzeit um den angegebenen Faktor verlängert. Wie hoch ein Faktor sein sollte, ist von Hauttyp zu Hauttyp unterschiedlich. Für allergieempfindliche Menschen eignen sich Sonnenschutzgele ohne Emulgatoren und Konservierungsstoffe.

Intensive Sonnenstrahlen vermeiden
In den Mittagsstunden zwischen 10 und 15 Uhr hat das Sonnenlicht die größte Kraft. Zu dieser Zeit sollte man die Sonne meiden. Auch auf ausgedehnte Sonnenbäder verzichtet man lieber ganz und „sonnt“ sich stattdessen im Schatten. Denn auch hier kommt es durch Reflektionen zur UV-Bestrahlung der Haut. Reflektiert werden die Sonnen- und damit auch die UV-Strahlen außerdem am und auf dem Wasser, sowie im Gebirge und im Schnee. Deshalb ist hier besondere Vorsicht geboten und ein extra Sonnenschutz zu empfehlen. Babys, Kleinkinder, hellhäutige Menschen und ältere Personen sollten möglichst überhaupt keine direkte Sonne abbekommen. Da die Haut von Kleinkindern aufgrund unvollständiger Pigmentierung viel lichtempfindlicher ist, als die von Erwachsenen.


Extra Sonnenschutz
Zum Beispiel durch einen Sonnenhut, denn so können die aggressiven Sonnenstrahlen nicht direkt auf die empfindliche Kopf- und Gesichtshaut einstrahlen. Um sich vor dem intensiven Sonnenlicht zu schützen, ist es ratsam, angemessene Kleidung zu tragen und nicht ohne T-Shirt in die Sonne zu gehen. Zudem ist ein ausreichender Schutz der Augen, wie z. B. durch eine Sonnenbrille mit UV-Filter, sehr wichtig.

Vorsicht bei Einnahme von Arzneimitteln
Bestimmte Medikamente wie Tetracyclin-Antibiotika oder Johanniskraut können die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Bei der Einnahme dieser Arzneimittel sollte man direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.

Zwar spielt das Sonnenlicht für einige Körperfunktionen sowie für das allgemeine Wohlbefinden eine wichtige Rolle, jedoch ist übermäßige UV-Bestrahlung (egal ob durch Sonnenbäder oder Sonnenbank) weder kurz noch langfristig gut für die Gesundheit.


Weitere Informationen über Sonnenbrand:

www.sonnenbrand.net Wikipedia die freie Enzyklopädie

Veröffentlicht: 07/2009, von Anika Saager






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