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Startseite > Gesundheits-Ratgeber > Übertragbare Tierkrankheiten Übertragbare TierkrankheitenHauttiere sind zum einen zwar gut für die Gesundheit, können zum anderen aber auch Krankheiten auf den Mensch übertragen, welche gefährliche Auswirkungen haben.Solche Krankheiten werden als Zoonosen bezeichnet. Damit sind alle Krankheiten und Infektionen gemeint, die auf natürlichen Weg zwischen Mensch und Tier übertragen werden. Die Krankheitskeime verbreiten sich über direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Schmier- und Schmutzinfektion), durch den Verzehr von durchseuchten Lebensmitteln tierischer Herkunft oder durch das Einatmen der Luft in der Nähe von befallenem Material (Exkremente). Auslöser von Zoonosen sind Bakterien, Vieren, Parasiten und Pilze. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht besonders in tropische Gebiete und arme Länder mit niedrigen Hygienestandards. Beim Umgang mit kranken Tieren ist in jedem Fall Vorsicht geboten, da einige der Krankheiten durchaus auch eine ernste Gefahr für den Menschen darstellen können. ![]() ToxoplasmoseDiese Krankheit wird durch einen im Darm der Katze lebenden Parasiten ausgelöst. Ansteckungsgefahr besteht hauptsächlich beim Kontakt des Kotes, jedoch kann Toxoplasmose auch durch den Verzehr von rohem Fleisch übertragen werden. In der Regel ist eine Toxoplasmose-Infektion für den Menschen nicht weiter gefährlich und verläuft symptom- und beschwerdefrei. Weshalb bereits jeder Zweite im Alter von 40 Jahren, eine solche durchgemacht hat. Infizieren sich allerdings kranke Personen mit schwachem Immunsystem oder Schwangere damit, droht Gefahr. Bei geschwächtem Immunsystem können sich in allen Organen, Entzündungsherde bilden und zu Symptomen wie Krampfanfällen und Lähmungserscheinungen führen. Schwangere Frauen müssen damit rechnen, dass der Erreger auf das Ungeborene übergehen und eine Fehlgeburt auslösen kann. In diesen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. Ist die Erkrankung einmal überstanden, besteht eine lebenslange Immunität. ![]() PapageienkrankheitEine so genannte Ornithose kann durch Tröpfcheninfektion, Kontakt- bzw. Schmierinfektion von Vogel (Papagei, Wellensittich, Huhn, Taube) zu Mensch übertragen werden. Genauer gesagt geschieht dies entweder durch einen Biss eines kranken Vogels oder durch das Einatmen von Käfigstaub (beispielsweise bei der Käfigreinigung). Die Symptome der Papageienkrankheit ähneln einer Grippe (Fieber, Husten, Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schläfen- und Stirnkopfschmerz, Übelkeit, Kreuzschmerzen). Behandelt wird mit speziellen Antibiotika, wobei eine Ornithose unbehandelt sogar tödlich enden kann. Deshalb gilt es beim Kauf von Vögeln besonders darauf zu achten, dass diese aus kontrollierten Zuchten stammen, denn dort werden die Tiere regelmäßig untersucht. ![]() TollwutTollwut ist die bekannteste und gleichzeitig lebensgefährlichste Infektion, die von Tier (Katze, Hund und andere Wirbeltiere) zu Mensch durch einen Biss übertragen werden kann. Von der entstandenen Wunde verbreitet sich das Virus über die feinen Nervenbahnen ins Gehirn und löst dort eine Entzündung aus (Gehirnhautentzündung). Ein wichtiges Merkmal und gleichzeitig Symptom der Tollwut, ist die Schaumbildung vor dem Maul. Schuld daran ist eine Beeinträchtigung des Schluckreflexes, wodurch der normale Abtransport des Speichels verhindert wird. Außerdem kann man die Erkrankung an der typischen und starken Wesensveränderung erkennen. Die Tiere sowie infizierte Menschen zeigen eine gesteigerte Unruhe, bereits geringste Umweltreize können eine ungewöhnlich starke Aggression auslösen. Fast immer verläuft diese Krankheit tödlich, nur bei frühzeitiger Behandlung kann das schlimmste durch eine Impfung verhindert werden. Hat das Virus jedoch das Gehirn schon erreicht, überleben dies nur wenige Fälle (dann jedoch mit schweren Gehirnschäden). Den besten Schutz bieten Tollwut-Impfungen von Hund, Katze und Mensch. KatzenseucheBei der Katzenseuche (Panleukopenie, Katzenstaupe oder Katzenpest) handelt es sich um eine virale Infektion. Die Erreger der Infektion sind eng verwandt mit den Viren der Parvovirose (Infektionskrankheit von Hunden). Sie brauchen zum vermehren Zellen, die sich schnell teilen. Deshalb sammeln sich die Viren zuerst im Darm und Teilen des Immunsystems der Katzen an. Die Erkrankung äußert sich durch Fieber, Erbrechen, blutiger Durchfall, ein Absinken der weißen Blutkörperchen, Sekretion aus der Nase, verminderte Nahrungsaufnahme und einem überhöhten Wasserverlust. Auch die Katzenseuche wird durch den Kot übertragen, daher ist ein hoher Hygienestandard besonders wichtig. Um sein geliebtes Haustier und damit auch sich selbst vor der Erkrankung zu schützen, sollte eine frühe Impfung des Tieres erfolgen. Band- und SpulwürmerDiese im Darm von Hund und Katze lebenden Parasiten, werden durch Tierkot übertragen. In der Regel sind sie für den Menschen eher harmlos, jedoch schwächen sie den menschlichen Organismus. Handelt es sich allerdings um einen Fuchsbandwurm, kann dies verheerende Folgen haben. Er verursacht eine schwere Leberschädigung und zerstört langsam aber weitgehend auch andere Organe wie Lunge und Gehirn. Die meisten Infizierten sterben ohne eine Operation oder die jahrelange Einnahme von Anti-Wurm-Medikamenten an Leberversagen. Bei einem Spulwurmbefall sind Koliken, allergische Reaktionen und Fieber, Husten, starke Verschleimung und asthmaähnliche Anfälle (bei Lungendurchwanderung) keine Seltenheit. Den Tieren kann durch eine regelmäßige Entwurmung geholfen werden. Konsequentes Händewaschen vor jeder Nahrungsaufnahme und der Verzicht auf kotgedüngtes Gemüse sowie eine hygienische Beseitigung von Fäkalien, können eine Infektion auf den Menschen vorbeugen. LCMDie Lymphozytäre Choriomrningitis erfasst zum größten Teil Nagetiere wie Hamster, Meerschweinchen oder Mäuse. Veränderungen im Fell oder einen Gewichtsverlust können erste Anzeichen für eine Erkrankung sein. Übertragen wird die Infektionskrankheit durch Kot, Urin und andere Sekrete (Ausscheidungsprodukte). Das LCM-Virus tritt nur bei Jungtieren auf und verursacht bei Menschen grippeähnliche Symptome und kann zu schweren Erkrankungen wie Meningitis (Hirnhautentzündung), Enzephalitis (Gehirnentzündung), Lassa- oder Hämorrhagische Fieber führen. Besonders für Schwangere ist das Virus gefährlich, da es beim Ungeborenen Missbildungen oder eine Fehlgeburt hervorrufen kann. Borreliose und FSMEDie so genannte Lyme-Krankheit (Borreliose) und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch den Biss einer infizierten Zecke (vor allem dem gemeinen Holzbock), deren Larven oder Nymphen auf den Mensch oder andere Tiere übertragen. Typische Symptome einer Borreliose-Erkrankung sind Kopf- oder Nackenschmerzen, Fieber und ein allgemeines Unwohlsein. Im weiteren Verlauf der Erkrankung zeigen sich entzündliche Gelenkserkrankungen (Arthritis), Hautausschläge, Entzündungen der Spinalnerven und Herzprobleme. Bei der Ansteckung mit dem FSME-Virus kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, welche sich nach wenigen Tagen wieder zurückbilden. Später treten häufig Kopfschmerzen, Erbrechen und Hirnhautzeichen (meningeale Reizzeichen = schmerzhafte Nackensteifigkeit bei Reizungen und Erkrankungen der Hirnhäute) auf. Schreitet diese Gehirnentzündung fort, kann es zu Lähmungen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma kommen. Da der Biss einer Zecke nicht schmerzhaft ist, wird er oft nicht bemerkt. Dabei ist es doch sehr wichtig, die Zecke sofort zu entfernen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, empfiehlt sich eine Impfung (zumindest gegen FSME). Damit es aber erst gar nicht zu einem Biss kommt, sollten in Zeckengebieten langärmliche Shirts und lange Hosen (Enden in die Socken stecken) getragen werden. Wichtig ist auch, den Körper beispielsweise nach einem Spaziergang im Wald immer nach Zecken abzusuchen. Campylobacter-EnteritisDiese entzündliche Durchfallerkrankung kann entweder durch die Ausscheidungen von Haustieren (wie Vogel, Hund und Katze) oder durch den Verzehr von ungenügend gegartes Geflügel- und Rindfleisch hervorgerufen werden. Aber auch in pasteurisierter Milch können die Erreger lauern. Häufig bleibt die Erkrankung bei den Tieren unentdeckt, da bei ihnen selten Krankheitssymptome auftreten. Bei den Menschen siedeln sich die Erreger in die Schleimhäute des Darmes an und verursachen Bauchschmerzen, starken (blutigen) Durchfall und ein Krankheitsgefühl verbunden mit Fieber (bis zu 40 °C). Meist verschwinden diese Symptome jedoch spontan wieder. Gelegentlich kann eine Campylobacter-Enteritis bei Kleinkindern auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Wie lässt sich eine Ansteckung bei kranken Tieren vermeiden? Weitere Informationen über ZoonosenVeröffentlicht: 02/2010, von Anika Saager Mehr zum Thema im Gesundheits-Ratgeber |