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Naturkosmetik-Zertifizierungen im Überblick

Nicht überall, wo Natur drauf steht, ist auch Natur drin! Nur leider nutzen viele Hersteller die steigende Nachfrage nach mehr Natürlichkeit, um Produkte als „natural“, „bio“ oder „organic“ zu bewerben, die nur wenige natürliche Stoffe enthalten. Kein Wunder, dass die Verbraucher irritiert sind.


Die Abbildung einer Pflanze auf der Packung einer Creme oder die Verwendung des Wortes „natürlich“ in der Produktbezeichnung, bedeuten leider nicht automatisch, dass es sich hierbei um Naturkosmetik handelt. Deshalb wurden im Laufe der Zeit Qualitätssiegel für Naturkosmetik eingeführt, welche dabei helfen sollen, echte Naturprodukte zu erkennen. Mit Hilfe dieser so genannten Zertifizierungen, kann die Einhaltung bestimmter Anforderungen nachgewiesen werden.

In den vergangenen Jahren wurden für das Zertifizieren von Naturkosmetik verschiedene Labels und Siegel entwickelt, um einerseits klare Qualitätsrichtlinien bestimmen zu können und andererseits eine Abgrenzung zur herkömmlichen Kosmetik zu schaffen. Um eine Zertifizierung zu erhalten, wird die Erfüllung folgender Kriterien vorausgesetzt: der Einsatz tierischer und mineralischer Rohstoffe, die Einhaltung bestimmter Herstellungsverfahren sowie spezieller Konservierungsmethoden. Welche Richtlinien im Detail erfüllt werden müssen, richtet sich allerdings individuell nach den jeweiligen Verbänden, die zertifizieren.

Dazu werden im Folgenden einige, auch international anerkannte Labels vorgestellt, die bei einer Zertifizierung vergeben werden:


BDIH - Kontrollierte Naturkosmetik

Der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V. (BDIH) führte zusammen mit Naturkosmetik-Herstellern im Jahre 2001 ein Label zur Schaffung einheitlicher Standards für Naturkosmetik ein. Die zur Erlangung des Zertifikats „BDIH Standard“ zugrunde liegenden Kriterien basieren auf der Definition des Bundesministeriums für Gesundheit aus dem Jahre 1993. Des Weiteren wurde die „International Organic and Natural Cosmetic Corporation“ (IONC GmbH) gegründet. Diese ist für die weltweite Prüfung der Herstellung und Endprodukte verantwortlich und soll die Richtlinien und Standards an die Naturkosmetik auch international widerspiegeln. Neben der sorgfältigen Auswahl der eingesetzten pflanzlichen Rohstoffe spielen die ökologische Verträglichkeit jedes Produktes, also umweltschonende Herstellungsverfahren, die optimale Abbaubarkeit von Rohstoffen sowie der Einsatz wieder verwendbarer Verpackungsmaterialien eine wichtige Rolle. Durch diese ständige Kontrolle und Prüfung wird dem Verbraucher gewährleistet, dass die genannten Qualitätsstandards auch eingehalten werden. Heutzutage ist das BDIH-Siegel sehr bekannt und international angesehen, wobei damit bislang rund 5.800 Kosmetikprodukte von etwa 160 Herstellern zertifiziert wurden. Das BDIH-Siegel für kontrollierte Naturkosmetik stellt eine vertraute Konstante im immer größer werdenden Angebot an natürlichen, pflanzlichen und biologischen Kosmetika dar.


ECOCERT

Bei ECOCERT handelt es sich um einen Kontrollverband, der international tätig ist. Dabei ist dieser in erster Linie für die Überprüfung von Kosmetikprodukten hinsichtlich ihrer ökologischen sowie biologischen Qualität zuständig. ECOCERT vergibt zwei Label zur Kennzeichnung von Naturkosmetik, wobei die Produkte hohen Qualitätsanforderungen und strengen Richtlinien der Standardisierung unterliegen: Da gibt es zunächst das Label „biologische Naturkosmetik“. Das Naturprodukt muss hier mindestens einen Anteil von 95 Prozent an natürlichen Inhaltsstoffen aufweisen. Zudem soll der gleiche Anteil der verwendeten pflanzlichen Stoffe sowie mindestens 10 Prozent aller Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau stammen. Verboten sind dabei unter anderem die Verwendung synthetischer Duft- und Konservierungsstoffe und Stoffe, die aus lebenden oder toten Tieren gewonnen werden. Das zweite Label „Naturkosmetik“ enthält weniger strenge Anforderungen. Für den Erhalt dieser Kennzeichnung müssen mindestens 50 Prozent der pflanzlichen Inhaltsstoffe sowie mindestens 5 Prozent aller Inhaltsstoffe im Endprodukt aus biologischem Anbau stammen. Bislang wurden rund 600 Produkte von etwa 50 namenhaften Herstellern mit dem ECOCERT-Label zertifiziert, wobei der überwiegende Teil der Produkte aus Frankreich stammt.


NaTrue

NaTrue ist ein Zusammenschluss verschiedener internationaler Kosmetik-Hersteller, die höchste Ansprüche und Anforderungen an ihre Produkte stellen, um dem Verbraucher eine optimale Qualität aus kontrolliert biologischem Anbau zu gewährleisten. Bei der Zertifizierung vergibt NaTrue drei unterschiedliche Qualitätsstufen in Form von Sternen. Dabei steht ein Stern für Naturkosmetik, zwei Sterne für Naturkosmetik mit Bioanteil und drei Sterne für Biokosmetik.

Um die Zertifizierung mit einem Stern zu erhalten, müssen die Produkte grundlegende Anforderungen über die natürlichen Inhaltsstoffe sowie deren Verarbeitung erfüllen. Die Kennzeichnung mit zwei oder drei Sternen gibt zusätzlich Auskunft über die enthaltenen Biostoffe. Um die NaTrue-Stufe zwei zu erhalten, muss das Produkt im Vergleich zur ersten Stufe einen höheren Anteil an unveränderten Naturstoffen aufweisen, wovon mindestens 70 Prozent der Naturstoffe aus kontrolliert biologischer Erzeugung stammen müssen. Um die 3-Sterne-Zertifizierung zu erhalten, muss sich ein Produkt als echte Biokosmetik definieren. Dies bedeutet, dass 95 Prozent der Naturstoffe einer kontrolliert biologischen Erzeugung entsprechen.

Seit 2010 hat sich NaTrue der Zukunft angepasst und sein Logo verändert. Die beschriebenen Produkteinordnungen in die unterschiedlichen Gruppen bleiben weiterhin bestehen, jedoch fällt die Kategorisierung durch Sterne weg, da diese bisher nur eine ungefähre Auskunft über den Bioanteil in den Produkten liefern konnten. Mit den neuen Quick-Response (QR)-Codes wird jedes zertifizierte Produkt nun detailliert beleuchtet. Diese Codes werden auf die entsprechenden Körper- und Haarpflegeprodukte aufgebracht, wodurch der Verbraucher online die Möglichkeit erhält, spezifische und detaillierte Produktinformationen abzurufen. So können z. B. die genauen Rohstoffanteile, Anbaumethoden und Informationen zu fairem Handel über jedes Produkt eingeholt werden. Mit diesen Angaben erfährt der Verbraucher, ob es sich um ein Bioprodukt, ein Naturkosmetikerzeugnis mit Bioanteil oder um Naturkosmetik entsprechend der NaTrue-Definition handelt.


Demeter

Kosmetikprodukte und Lebensmittel, die mit dem Siegel von Demeter e.V. zertifiziert werden, unterliegen strengen Richtlinien und hohen Qualitätsanforderungen. Das Label existiert bereits seit 1928 und geht somit auf eine lang anhaltende und weitreichende Tradition zurück. Das Siegel auf kosmetischen Produkten garantiert zum einen qualitativ sehr hochwertige pflanzliche Rohstoffe und zum anderen eine ständige Überprüfung und Kontrolle vom Anbau bis zur Verarbeitung, um sicherzustellen, dass die Produzenten die Demeter-Richtlinien auch konsequent einhalten. Zu erwähnen ist hier unter anderem der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger sowie auf künstliche Zusatzstoffe in der Weiterverarbeitung. Das Label Demeter steht international für Erzeugnisse aus biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise, welches derzeit in über 3200 Betrieben vertreten ist. Neben Kosmetikprodukten können auch Produkte aus den Bereichen Textilien und Lebensmitteln mit dem Label zertifiziert werden.


NCCO

Die Abkürzung NCCO steht für „Natural Cosmetics Certification Organisation“ e.V. Hierbei handelt es sich um ein Gütesiegel, dass im Vergleich zu anderen Siegeln nur dann an Hersteller vergeben wird, wenn deren gesamtes Sortiment exakt (also zu 100 Prozent) den Richtlinien der NCCO entspricht. Einzelne Produkte werden demnach nicht zertifiziert. Da die Anforderungen sehr streng sind, sticht dieses Label dennoch aus den zahlreichen bereits vorhandenen Siegeln hervor. Die NCCO-Produkte bestehen aus pflanzlichen Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau. Tierische Rohstoffe wie Honig, Milch oder Bienenwachs müssen ebenfalls aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Neben der Tatsache, dass keine Konservierungsstoffe für die Produkte verwendet werden, auch nicht solche, die bei anderen Siegeln als „naturnah, naturidentisch oder natürlich“ beschrieben werden, sind auch Rohstoffe verboten, für die Tierversuche durchgeführt wurden. Zudem sind auch keine Rohstoffe von toten Tieren oder aus Tierquälerei erlaubt. Insgesamt wird die Einhaltung dieser Richtlinien regelmäßig durch Prüfungen kontrolliert. Bislang wurden jedoch noch nicht viele Produkte mit diesem Label zertifiziert.Die Abkürzung NCCO steht für „Natural Cosmetics Certification Organisation“ e.V. Hierbei handelt es sich um ein Gütesiegel, dass im Vergleich zu anderen Siegeln nur dann an Hersteller vergeben wird, wenn deren gesamtes Sortiment exakt (also zu 100 Prozent) den Richtlinien der NCCO entspricht. Einzelne Produkte werden demnach nicht zertifiziert. Da die Anforderungen sehr streng sind, sticht dieses Label dennoch aus den zahlreichen bereits vorhandenen Siegeln hervor. Die NCCO-Produkte bestehen aus pflanzlichen Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau. Tierische Rohstoffe wie Honig, Milch oder Bienenwachs müssen ebenfalls aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Neben der Tatsache, dass keine Konservierungsstoffe für die Produkte verwendet werden, auch nicht solche, die bei anderen Siegeln als „naturnah, naturidentisch oder natürlich“ beschrieben werden, sind auch Rohstoffe verboten, für die Tierversuche durchgeführt wurden. Zudem sind auch keine Rohstoffe von toten Tieren oder aus Tierquälerei erlaubt. Insgesamt wird die Einhaltung dieser Richtlinien regelmäßig durch Prüfungen kontrolliert. Bislang wurden jedoch noch nicht viele Produkte mit diesem Label zertifiziert.


IHTK

Bei dem IHTK-Label handelt es sich um eine international eingetragene Marke, welche für tierversuchsfreie Kosmetik steht (Internationaler Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik e. V.) Das Logo „Hase mit schützender Hand“ soll dabei die These verdeutlichen und zeigen, dass das Produkt nicht an Tieren getestet wurde. Bereits seit 1979 werden Produkte unter dieser Voraussetzung hergestellt. Hinzu kommt der Aspekt, dass seitdem auch eine stetige Kontrolle über die Verwendung von Rohstoffen erfolgt, um sicherzustellen, dass kein Rohstoff durch Tierquälerei hergestellt oder sogar Tiere getötet werden müssen, um an Rohstoffe zu gelangen. Hersteller, die dieses Label tragen, werden ständig vom Deutschen Tierschutzbund kontrolliert und überprüft.


Veröffentlicht: 01/2013, von Anika Saager






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