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Brennnessel

Jeder kennt sie, die meisten meiden sie; doch die verachtete Brennnessel ist ein äußerst nützliches Kraut für Küche, Garten und Hausapotheke.


Deutscher Name: Große Brennnessel
Andere Bezeichnungen: Brennnössl (AUT), Säuw-Nessle (CH)
Wissenschaftliche Bezeichnung: Urtica dioica L.

Deutscher Name: Kleine Brennnessel
Wissenschaftliche Bezeichnung: Urtica urens L.

Familie: Brennnesselgewächse
Verwendeter Pflanzenteil: Blatt, lat. Urticae folium; Wurzel, lat. Urticae radix


Ein jeder hat schon seine Erfahrungen mit Brennnesseln gemacht, die nahezu überall anzutreffen sind. Weniger bekannt dürfte sein, dass es zwei häufig vorkommende Arten gibt (bis 60 cm hoch die eine, bis 150 cm hoch die andere). Beide finden in der Medizin Verwendung. Irgendwelche besonderen Inhaltsstoffe, die nicht auch in anderen grünen Pflanzen angetroffen werden, sind nicht gefunden worden.

An Wirkungen gesichert ist bislang nur die entwässernde, die mit Ausscheidung von Harnstoff und Chloriden (bes. Kochsalz) verbunden ist. Das gilt für das Blatt und die Wurzel der Brennnessel gleichermaßen. Sehr vage ist der Blutzuckersenkende Effekt des Blattes. Der Einsatz der Wurzel bei gutartiger Prostatavergrößerung ist hingegen durchaus diskussionsfähig. Das hierbei als wirksam angesehene -Sitosterol ist allerdings auch in vielen anderen Pflanzen enthalten. Möglicherweise gelingt es in der Zukunft, die jeweils in Frage kommenden Stoffe zu finden. Darüber hinaus findet die Brennnessel auch Anwendung als Mittel bei Rheuma und Gicht.


Die Tees:

Drei Teelöffel (1 Teelöffel entspricht 0,8 g, 1 Esslöffel entspricht 2,2 g) fein geschnittenes Kraut werden am besten mit 150 ml kaltem Wasser versetzt, kurz aufgekocht und nach 10 Min. abgeseiht. Man kann auch gleich mit der genannten Menge kochendem Wasser übergießen. Zum Entwässern trinkt man 4-mal täglich je eine Tasse, jeweils frisch bereitet.


Bestehen im Körper Wasseransammlungen infolge verminderter Herz- und Nierentätigkeit, so ist vom Brennnesseltee abzuraten.

Dasselbe gilt für den Tee aus der Wurzel, der aber – wie geschildert – vornehmlich gegen Prostataleiden Verwendung findet: 1,5 g (1 Teelöffel entspricht etwa 1,3 g) grob gepulverte Wurzel mit 150 ml kalten Wasser versetzen, zum Sieden erhitzen. Eine Minute siedend halten. Zehn Minuten bedeckt stehen lassen, abseihen. Dosierung: 4-mal täglich je eine Tasse.

Hochwertigen Brennnesseltee und Brennnesselpräparate erhalten Sie in Ihrer Apotheke, wo man Sie gerne über Wirkung und Anwendung beraten wird.


Wer sich seine Brennnesselpräparate selber zubereiten will, kann dies tun: Das Kraut wird von Mai bis Juni geerntet (Handschuhe sind empfehlenswert), die Wurzel kann jederzeit ausgegraben werden. Aufbewahrung: kühl und trocken.


Veröffentlicht: 12/2006, von Anika Saager






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