Die Pflege der Babyhaut
Die Haut von Babys ist viel dünner als die von Erwachsenen und auch wesentlich trockener. Hierfür muss Pflege wie auch die benutzen Produkte ausgerichtet sein. Die empfindliche Haut der Babys nimmt dabei auch den engen Hautkontakt wahr - über die tägliche Pflege wächst die Nähe von Eltern und Kind.Die ganz besondere Pflege fängt schon kurz nach der Geburt an. Solange der Nabel noch nicht verheilt ist, sollte man das Baby noch nicht in der Wanne waschen, da weiterhin die Gefahr einer Infektion besteht. In diesen zwei Wochen trocknet die Nabelschnur erst langsam ein und fällt ab. Zur Reinigung kann man sie einmal täglich mit lauwarmem Wasser abtupfen - auch hierfür sind Calendula Essenzen oder spezielle Nabelpuder gut geeignet. Nässt der Nabel sollte man Hebamme oder Arzt konsultieren!
Ein lauwarmer Waschlappen sollte somit die ersten zwei Wochen genügen. Zuerst sollte Gesicht, dann Oberkörper, Arme und Beine sanft gewaschen werden. Zum Abschluss dann Genitalbereich und Po - sie können dabei auf Seife weitestgehend verzichten, wenn Sie eine benutzen, dann nur spezielle Pflegeserien, die Sie selbstverständlich auch in diesem Shop erhalten. Nach dieser Waschzeremonie sollte man das Kind gründlich abtrocknen, besonders in den Hautfalten.

Nach diesen Wochen langt es völlig das Baby ein- bis zweimal die Woche in die Wanne zu legen. Das Planschen macht den meisten Babys viel Spaß, erinnert es doch an wohlbekannte wonnige Wärme. Die Wassertemperatur darf dabei 36° bis 37° nicht übersteigen - immer mit einem Badethermometer überprüfen. Auch die Länge sollte höchstens fünf Minuten sein, denn danach trocknet die Haut zu sehr aus. Bei einer Raumtemperatur von 25° fühlt sich das Baby beim trocknen auch sehr wohl. Nach dem dritten Monat kann man dem Wasser spezielle Zusätze mit beigeben.
Cremebäder eignen sich hierfür gut, da sie der Haut Feuchtigkeit geben, auch sollte man nach jedem Bad das Baby mit einer speziellen Lotion einreiben. Dies ist besonders wichtig, da die Babyhaut noch ohne funktionierende Talgdrüsen besteht, welche für die Regulation des Fettgehaltes der Haut sehr wichtig sind. Die Babyhaut reagiert somit sehr viel empfindlicher auf Umwelteinflüsse und neigt immer zur Trockenheit.
Auch die einzelnen Körperteile wollen eine spezifische Pflege:
Kopfhaut und Haare
Solange der Kopf des Babys ganz haarlos oder nur mit einem Flaum bedeckt ist, genügt ein Abwaschen mit lauwarmem, klarem Wasser. Erst wenn das Kind einen richtigen Haarwuchs hat, bietet sich ein sanftes Babyshampoo an. Verwenden Sie ein augenmildes Shampoo, damit der Badespaß nicht mit Geschrei endet.
Ohren
Der Gehörgang reinigt sich von selbst, somit sollte man nie mit Wattestäbchen im Ohr herumstochern, da die Gefahr das Trommelfell zu verletzen viel zu groß ist, auch wird der Ohrenschmalz somit nur in den Gehörgang reingeschoben, als dass er entfernt wird. Für das Reinigen der Ohren reicht das sanfte Auswaschen der Ohrmuschel und der Haut hinter den Ohren. Hierfür langt ein mit Babyöl getunktes Tuch, oder ein lauwarmer Waschlappen.
Nase und Augen
An Lidränder und Nase kann es leicht zu Sekreteintrocknungen kommen. Diese werden leicht durch Mulltupfer oder weichem Zellstoff, eingeweicht in lauwarmen Wasser gelöst. Bei Rötungen wirken Kamillentinkturen entzündungshemmend.
Haut am Po
Bei der Poreinigung und -pflege bei Babys ist besondere Sorgfalt angebracht. Die Haut um den Po muss einiges aushalten, mit dem Urin und Stuhl. Das feuchtwarme Klima bietet optimale Bedingungen für alle Mikroorganismen. Weil Windeln die Haut luft- und wasserdicht abschließen, ist dieser Bereich darüber hinaus besonders anfällig für Entzündungen und Reizungen.
Um dem zu entgegnen sollte man die Windeln regelmäßig wechseln, mindestens vor oder nach den Mahlzeiten, spätestens nach drei bis vier Stunden. Auch sollte man nach dem Stuhlgang immer den Genitalbereich reinigen, es sollte dabei darauf geachtet werden, dass man von vorne nach hinten reinigt, damit keine Bakterien in die Harnröhre und Scheide gelangen können. Der längere Kontakt mit nassen Windeln weicht die Haut auf und macht sie deutlich anfälliger für Bakterien und Pilze.
Zum Schutz vor Nässe und zur Vorbeugung von Hautreizungen sollten Sie eine Wundschutzcreme auftragen, mit heilungsfördernden Wirkstoffen, wie Vitamin A, Dexpanthenol oder Hamamelis. Ist es schon zu spät und die Haut bereits gerötet, kann eine Wundschutzsalbe mit Zinkoxid Schlimmeres verhindern. Babypuder ist für den Körper nicht in jedem Fall sinnvoll. Wenden Sie niemals Creme und Puder gleichzeitig an, es könnten sich Klümpchen bilden, die die zarte Babyhaut wund scheuern können.
Sehr angenehm für die Babys und eine wahre Wohltat für die strapazierte Haut ist es auch ohne die lästigen Windeln an der frischen Luft zu strampeln und krabbeln - dies ist die beste Medizin gegen wunde Po`s. Dabei sollten die Räume ausreichend temperiert sein.

Maniküre
Hände und Füße sind anfänglich noch weich, so haben viele Babys dennoch einen kräftigen Nagelwuchs. Sie brauchen die ersten sechs bis sieben Wochen nicht geschnitten werden. Allerdings werden sie danach schnell hart und man sollte aufpassen, daß sich die Kleinen das Gesicht nicht zerkratzen. Regelmäßige Nagelpflege ist somit unbedingt notwendig. Mit einer extra abgerundeten Baby- Nagelschere werden die Nägel gerade abgeschnitten damit sie nicht einwachsen.
Neben diesen allgemeinen Tipps zur Hautpflege von Babys, sind auch andere wichtige Dinge in der ersten Zeit zu beachten:
- Bei den wärmenden Sonnenstrahlen macht ein Spaziergang mit dem Kinderwagen richtig Spaß. Doch bei Babys und kleinen Kindern ist doppelte Vorsicht geboten: In den ersten zwölf Lebensmonaten darf ein Baby auf gar keinen Fall direkt der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, da der hauteigene Lichtschutzmechanismus noch nicht ausgereift ist.
- Bei hoher UV-Belastung in den Bergen oder am Meer ist das Risiko eines Sonnenbrandes darüber hinaus erheblich größer. Beim Spielen in der Sonne müssen Kinder also unbedingt ein T-Shirt und einen Sonnenhut tragen. Sehr kleinen Kindern spannt man am besten zusätzlich einen Sonnenschirm auf. Unbedeckte Hautpartien müssen mit Sonnencremes oder -milch geschützt werden, die speziell auf die Kinderhaut abgestimmt sind und einen extrem hohen Lichtschutzfaktor haben, am besten sog. Sunblocker.
- Bereits der Aufenthalt in der beheizten Wohnung, wo die Luft meist trocken ist, entzieht der Babyhaut Feuchtigkeit. Damit die Schutzfunktion der Haut erhalten bleibt, ist die tägliche Pflege mit fett- und Feuchtigkeitsspendenden Produkten sehr wichtig. Hierfür gibt es Softcremes und Lotionen mit milden Wirkstoffen wie etwa Panthenol und pflegenden Ölen.
- Auch Kälte greift die Haut an. Wenn Sie Ihr Baby in der winterlichen Jahreszeit bei Wind und Regen spazierenfahren, sollten Sie es mit einer wasserarmen Wind- und Wettercreme eincremen. Solche Cremes enthalten zusätzlich zu natürlichen Fetten auch Wirkstoffe aus Lindenblüten, Ringelblume, Kamille oder Rosmarin
- Auch die Ernährung kann Hautreizungen verursachen. So können Babys auf Saures oder bestimmte Gemüse reagieren. Wenn ein entsprechender Verdacht besteht, sollte man erst diese kritischen Nahrungsmittel vom Speiseplan entfernen.

Die Haut nimmt als größtes Körperorgan alle Sinnesreize intensiv war. So ist die Körperpflege nicht nur Vorbeugung gegen alle möglichen Krankheiten, sie sorgt auch für einen intensiven körperlichen Austausch von Eltern und Baby. Diese Streicheleinheiten, das Zusammensein, der innige Hautkontakt, dies alles sind wichtige Momente und Genuss für Ihr Baby.
Veröffentlicht: 03/2006, von Anika Saager
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