apotheke2u - Medikamente aus Ihrer Apotheke

Ich lebe gesund.

Startseite > Gesundheits-Ratgeber > Sichere Verhütungsmethoden


Sichere Verhütungsmethoden

Mikropille, Hormonstäbchen, Dreimonatsspritze: Noch nie gab es so viele Verhütungsmethoden wie heute. Sie unterscheiden sich auch in der Sicherheit. Hier die zuverlässigsten.


Ein Wunderwerk der Natur mit einem ausgeklügelten Regelkreislauf, der meistens genau nach Plan funktioniert, ist der Körper der Frau. Genauer gesagt sieht der Plan so aus, dass in einer Zentrale im Gehirn, dem Hypothalamus, ein Hormon gebildet wird, das eine zweite Schaltstelle im Gehirn stimuliert, die Hirnanhangdüse. Diese bildet daraufhin zwei Hormone, die auf die Eierstöcke wirken.

Mit dem ersten Tag der Regelblutung beginnt der monatliche Zyklus. Eines der Hormone der Hirnanhangdrüse fördert nach vier bis fünf Tagen die Reifung einer Eizelle. Ausgelöst durch ein weiteres Hormon, findet etwa zwei Wochen nach dem ersten Regeltag der Eisprung statt. Hierbei springt die Eizelle vom Eierstock in den Eileiter und wartet dort auf die Befruchtung. Die Gebärmutterschleimhaut wird durch die Hormone Östrogen und Progesteron darauf vorbereitet. Sie verdickt sich und wird stärker durchblutet. Die Frau ist nun 24 bis 48 Stunden fruchtbar. Jedoch können Spermien bis zu vier Tage im Körper der Frau überleben und dort auf den Eisprung „warten“.

Wenn es zu keiner Befruchtung kommt, sinkt der Hormonspiegel und die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen. Somit beginnt nach etwa 28 Tagen ein neuer Zyklus und es kommt zur nächsten Regelblutung.

Bei der Familienplanung spielt dieser Regelkreislauf eine wesentliche Rolle, denn er ist die Grundlage der Verhütung. Ob hormonell, mechanisch, per Computer oder durch Sex-Verzicht – immer geht es darum, in der Phase des Eisprungs eine Befruchtung zu vermeiden, oder bei Kinderwunsch gezielt schwanger zu werden.


Hier die sichersten Verhütungsmethoden:


Der Pearl-Index

Der Pearl-Index ist die Richtlinie der Verhütungsmethoden. Er zeigt die Zahl jener, die trotz Verhüttungsmittel nach Ablauf eines Jahres schwanger wurden. Ein Beispiel: wenden 100 Frauen ein Jahr lang ein bestimmtes Mittel zur Empfängnisverhütung an, und es treten in diesem Zeitraum zwei Schwangerschaften ein, beträgt der Pearl-Index 2. Dabei gilt: je kleiner der Pearl-Index, umso sicherer die Methode.


Methode Pearl-Index
Sterilisation 0,1
Hormonstäbchen 0,1
Antibabypille 0,1 - 2
Mikropille 0,2 – 0,5
Hormonspirale 0,2
Dreimonatsspritze 0,4 - 2
Hormonring 0,65 – 1,86
Verhütungspflaster 0,88
Kondom 2 - 12
Verhütungscomputer 3,5 – 6,5
Diaphragma 4 - 20
Femidom 5 - 25

Sterilisation

Hierbei werden unter Narkose die Eileiter durchtrennt. Man sollte eine Sterilisation nur dann in Betracht ziehen, wenn man bereits mit der Familienplanung abgeschlossen hat. Denn sie ist zu 97 Prozent endgültig.


Hormonstäbchen

Dieses gestagenhaltige Stäbchen („Implanon“) verhütet für drei Jahre und wird unter die Haut des Oberarms verpflanzt. Es ist zwar eine sehr sichere Verhütungsmethode und dass das Stäbchen nicht die Leber belastet ist auch ein Vorteil, jedoch gibt es Nachteile. Es können z. B. Kopfschmerzen, Akne und Schmierblutungen auftreten. Zudem bleibt bei 50 Prozent der Anwenderinnen die Regel aus.


Antibabypille

Das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel in Deutschland, ist die Antibabypille. Sie nehmen in der Regel 21 Tage lang eine feste Kombination aus Östrogen und Gestagen ein. Die Hormone wirken empfängnisverhütend und bauen, wie im normalen Monatszyklus auch, die Gebärmutterschleimhaut auf. Bei der ersten Einnahme oder nach einer längeren Pillenpause wird die erste Pille am ersten Tag der Monatsblutung eingenommen. Für einen optimalen Schutz muss die Pille täglich immer zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. In der Regel sind Nebenwirkungen gering, es können aber in den ersten Monaten Übelkeit, Zwischenblutungen oder Brustspannen auftreten. Auch sind in einigen Fällen Gewichtszunahme und Migräne, in der Phase der Blutung, beobachtet wurden. Allerdings haben Frauen die die Pille einnehmen, schwächere und regelmäßige Blutungen. Und Frauen mit schmerzhaften Regelblutungen oder Zystenbildungen in den Eierstöcken profitieren von der Wirkung der Antibabypille.


Mikropille

Durch die modernen, besonders niedrig dosierten Kombipräparate aus synthetischem Östrogen und Gestagen wird das Heranreifen von Eizellen verhindert. Die Mikropille ist nicht nur ein sicheres Verhütungsmittel, sondern bessert auch Zyklusprobleme und Akne. Für Frauen die sich wenig bewegen, rauchen, an Übergewicht leiden, oder vor allem ein Thromboserisiko sowie Bluthochdruck haben, ist die Mikropille nicht geeignet. Denn die Gefahr, dass sich in den Venen ein Blutgerinnsel bildet, ein Schlaganfall, Brustkrebs oder Adernverkalkung auftreten, steigt unter der Einnahme der Pille. Wird die Einnahme mal vergessen, lässt sie sich bis maximal 36 Stunden später nachholen.


Hormonspirale

Die Hormonspirale ist eine Langzeitverhütung, die mehrere Jahre getragen werden kann und vom Frauenarzt eingesetzt wird. Eigentlich ist sie für jede Frau geeignet, doch bei Frauen die häufig an Unterleibs-Entzündungen oder Myomen leiden, kommt sie nicht in Frage. Diese Spirale gibt täglich eine winzige Menge des Hormons Gestagen ab, das die Gebärmutterschleimhaut für Spermien undurchdringlich macht. Es wirkt nur vor Ort. Die Spirale kann bei jeder Regel entfernt werden, falls Sie sich irgendwann für ein Baby entscheiden.


Dreimonatsspritze

Innerhalb von drei Monaten wird das in den Po- oder Oberarmmuskeln gespritzte, hoch dosierte Gestagen, allmählich freigesetzt. Für Frauen die nicht täglich eine Pille schlucken möchten, ist die Dreimonatsspritze ideal. Allerdings gibt es auch Nachteile, denn die Depotspritze fördert den Appetit und kann eventuell dick machen. Außerdem kann es zu einer Abnahme der Knochendichte kommen. Da das Gestagen so langsam abgebaut wird, müssen Frauen die schwanger werden wollen bis zu zwei Jahre darauf warten.


Hormonring

Die Frau selbst setzt den Ring aus flexiblem Kunststoff in die Scheide ein. Hier legt er sich idealer Weise um den Gebärmutterhals und gibt dort drei Wochen lang eine niedrige Dosis der bekannten Pillenhormone ab. Für die Regelblutung wird er für eine Woche entfernt und dann gegen einen neuen Ring getauscht. In seltenen Fällen können Kopfschmerzen und ein Ziehen in der Brust auftreten.


Verhütungspflaster

Dieses hautfarbene Pflaster wird auf Bauch, Oberkörper, Po oder Außenseite des Oberarms platziert. Hier setzt es sieben Tage lang kontinuierlich Östrogen und Gestagen frei, was über die Haut in die Blutbahn gelangt. Die Hormone unterdrücken den Eisprung, besonders das Gestagen verhindert zusätzlich die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Es wird 21 Tage angewendet und alle sieben Tage ausgetauscht. Für Frauen die über 90 Kilogramm wiegen, ist das Verhütungspflaster nicht geeignet. Zudem kann es zu Hautreizungen führen. Da die Hormone über die Haut aufgenommen werden, kommt es zu keiner Beeinträchtigung des Magen-Darm-Traktes.


Kondom

Die Sicherheit von Kondomen hängt von der richtigen Anwendung ab. Wenn das Verfalldatum abgelaufen ist, sollte es nicht mehr benutzt werden. Der einzig wirksame Schutz vor Aids sind Kondome, allerdings dürfen sie nicht zusammen mit Gleitmitteln oder fetthaltigen Cremes verwendet werden, da sie sonst reißen.


Babycomputer

Beim Babycomputer wird jeden Morgen die Körpertemperatur gemessen. Nahen dann die fruchtbaren Tage, steigt die Körpertemperatur und schlägt am Tag des Eisprungs deutlich aus. Dann fällt sie wieder ab. Durch den Computer entfällt das Eintragen der Werte in eine Kurventabelle und das Thermometer, denn es wird zum Messen ein Sensor unter die Zunge gelegt und die Werte werden automatisch gespeichert. Auch wenn man nicht jeden Morgen exakt zur gleichen Zeit misst, verzeiht es der Computer, im Gegensatz zu einem herkömmlichen Thermometer.

Die Computer-Methode bietet noch mehr Sicherheit, wenn Sie zusätzlich den aktuellen Hormonspiegel ermitteln. Durch ein spezielles Teststäbchen wird zum Beispiel im Urin das Hormon nachgewiesen, was den Eisprung auslöst. Weitere Hormone im Morgen-Urin wie z. B. Östrogen, misst ein anderer Verhütungscomputer. Die fruchtbare Phase beginnt, wenn der Spiegel steigt. Vergessen kann man das Messen kaum, da der Computer mit einem Weckruf daran erinnert. Nach einer gewissen Zeit hat er dann genug Daten gesammelt und er kann rotes oder grünes Licht für die Liebe geben.


Diaphragma

Vor der Gebärmutter sitzt die weiche kuppelförmige Kappe aus Latex wie eine Schutzwand. Bei Bedarf wird sie von geübter Frauenhand selbst eingesetzt. Vor einer unerwünschten Schwangerschaft kann das Diaphragma allerdings nur in Verbindung mit einem Spermien abtötenden Mittel, Creme oder Gel schützen. Bis alle Spermien schachmatt sind, muss es nach dem Sex acht Stunden an Ort und Stelle bleiben.


Femidom

Unabhängig vom Partner schützt dieses Frauenkondom vor sexuellen Infektionen und einer Schwangerschaft. Das schlauchartige Futteral aus Polyurethan kleidet die Scheide wie eine zweite Haut aus.


Veröffentlicht: 03/2006, von Anika Saager






Kostenloser Newsletter
Wir möchten mit Ihnen in Kontakt bleiben und informieren Sie regelmäßig über unsere neusten Angebote und Ratgeberthemen.
Jetzt anmelden