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Hausstauballergie - Die Unsichtbare Gefahr im Bett

Immer mehr Menschen leiden heutzutage an einer Hausstauballergie und die Anzahl erhöht sich täglich. Doch leider weiß die Hälfte der Betroffenen nicht einmal, dass sie daran erkrankt sind.


Die typischen Symptome einer Hausstauballergie werden oft als Anzeichen einer Erkältung wahrgenommen und somit der eigentliche Grund übergangen. Meist wird erst ca. acht Jahre später, wenn sich daraus ein allergisches Asthma entwickelt hat, eine Hausstauballergie festgestellt.


Nahezu in allen Haushalten leben Millionen von mikroskopisch kleinen Spinnentieren. Sie gehören zu unserem natürlichen Ökosystem und sind an und für sich ganz harmlos. Die Hausstaubmilben leben bevorzugt in Betten, Polstermöbel, Teppiche, Stofftiere, offene Regale und Vorhänge. Doch ihr Lieblingsplatz ist die Matratze, denn das feuchtwarme Klima schafft für sie optimale Lebensbedingungen. Zusätzlich finden sie nirgendwo soviel Nahrung wie in der Matratze, da sie sich von Hautschuppen und Haaren ernähren. Tatsächlich verliert ein Mensch täglich ein bis zwei Gramm Hautschuppen, welche 1,5 Millionen Hausstaubmilben einen Tag lang ernähren können. So kann z. B. ein Gramm Staub aus einer Matratze zwischen 2.000 und 15.000 Milben enthalten.


Wodurch wird eine Hausstauballergie verursacht?

Allergieausölser ist nicht die Milbe selbst, sondern ihr Kot. Dieser zerfällt nach dem austrocknen und verbindet sich schließlich mit dem Hausstaub. Das Einatmen dieser Mixtur löst dann die Allergie aus, welcher der Mensch das ganze Jahr über ausgesetzt ist. Zwar vermindert sich die Zahl der Milben im Winter durch die trockene Heizungsluft in den Räumen, jedoch lassen die Symptome nicht nach. Die Menge des Milbenkots bestimmt auch die Stärke der Beschwerden. Was nicht gerade positiv ist, da jede Milbe in ihrer Lebenszeit für 300 Nachkommen sorgt.


Wie äußert sich eine Hausstauballergie?

Die typischen Symptome einer Hausstauballergie äußern sich durch verstopfte Nase, Niesanfälle, Husten, Juckreiz, Schlafstörungen und evtl. geschwollene Augen. Vor allem, wenn diese heuschnupfenähnlichen Symptome das ganze Jahr über auftreten und die Beschwerden sich besonders nachts und morgens nach dem Aufstehen häufen, können dies Anzeichen einer Hausstauballergie sein. Gerade nachts entsteht der Schnupfen, während man morgens mit verstopfter Nase wach wird. Zudem können später auch Ekzeme und Asthma auftreten. Da die Beschwerden das ganze Jahr über bestehen, wird das Krankheitsbild auch „perenniale (ganzjährige) allergische Rhinitis“ genannt.


Tipps gegen Hausstaubmilben

Um den Lebensraum der Milben möglichst unattraktiv zu gestalten, und gegebenenfalls eine Allergie vorzubeugen, können folgende Maßnahmen helfen:

Regelmäßiges Lüften von Räumen, Decken und Matratzen
Ein ordentlich gemachtes Bett erleichtert den Milben das Überleben, da die nachtsüber angesammelte Flüssigkeit nicht richtig abdampfen kann und so die hohe Luftfeuchtigkeit in der Bettdecke und Matratze erhalten bleibt. Lüften Sie deshalb regelmäßig Ihre Decken und vor allem die Schlafräume durch. Lassen Sie die Matratze währenddessen unbedeckt, damit auch diese auslüften kann. Optimale Schlafzimmerbedingungen sind eine Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 55 Prozent und eine Zimmertemperatur zwischen 14 und 20 Grad.

Matratzen mit speziellem Überzug
Bereits betroffene Personen sollten ihre Matratzen mit einem speziellen milbendichten Überzug (Encasing) versehen. Einen noch besseren Schutz erreichen Sie, wenn Sie die so genannten Encasings auch für Decke und Kissen verwenden. Außerdem sollten Sie Ihre Matratze alle 8 Jahre austauschen.

Regelmäßiges Waschen der Bettwäsche
Waschen Sie Bettbezüge, Kissen und Decken am besten wöchentlich bei mindestens 60 °C, besser allerdings bei 90 bis 95 °C.

Verzichten von Staubfängern und Pflanzen
Vor allem im Schlafzimmer sollten Sie auf Pflanzen und überflüssige Staubfänger, wie langhaarige Teppiche, Bücherregale oder große Vorhänge verzichten.

Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln
Wechseln Sie Ihre Kleidung nicht unbedingt in dem Raum in dem Sie schlafen, aber vor allem nicht in Bettnähe. Denn beim ausziehen der Sachen werden viele Hautschüppchen freigesetzt, welche sofort eine gute Nahrungsquelle für „mitgebrachte“ Milben sind.

Kuscheltiere von Milben befreien
Sie könnten die Stofftiere für 24 Stunden in die Kühltruhe legen, allerdings beseitigt dies nicht den Milbenkot, sondern tötet diese nur ab. Effektiver wäre es die Kuscheltiere regelmäßig bei mindestens 60 °C zu waschen, um sie von Hausstaubmilben und deren Kotrückstände zu befreien.

Ledermöbel statt Polstermöbel
Da sich in Polstermöbeln Milben häufiger ansammeln, empfiehlt es sich glatte Ledermöbel zu kaufen. Auch sollten Sie Teppiche und Teppichböden lieber durch feucht wischbare Bodenbeläge ersetzen. Ist dies aber nicht möglich, so können Sie die Polstermöbel und Teppiche regelmäßig reinigen und halbjährlich mit einem „akariziden Mittel“ aus der Apotheke reinigen.

Staubsauger mit Feinstaubfilter benutzen
Beim Kauf eines Staubsaugers sollten Sie darauf achten, dass er einen speziellen Feinstaubfilter besitzt. Der Staubsaugerbeutel muss trotzdem alle zwei Wochen gewechselt werden. Um zu vermeiden dass der aufgewirbelte, allergenhaltige Staub mit der Atemluft des Betroffenen inhaliert wird, sollte diese Person selbst nicht saugen und eine Anwesenheit währenddessen vermeiden.

Urlaub in 1.200 Meter Höhe
Für Hausstauballergiker sind Regionen über 1.200 Meter Höhe geeignete Urlaubsziele. Denn die zunehmende Höhe bietet schlechte Bedingungen für Milben, da die Luft in großen Höhen trockener wird und somit die Milbenbelastung sinkt.


Durch welche Medikamente lindere ich die Symptome?

Bei akuten Beschwerden helfen Arzneien mit den Wirkstoffen Cetirizin und Loratadin. Im Gegensatz zu früheren Antihistaminika, machen diese kaum müde.


Was hilft sonst noch?

Um die Hausstauballergie langsam loszuwerden, könnte eine Immuntherapie helfen. Das Abwehrsystem lernt dabei den Milbenkot zu tolerieren. Man unterscheidet hier zwischen zwei Verfahrensweisen:

1. Regelmäßiges Spritzen mit einer bestimmten Menge des Allergens
2. Die Gabe der Allergenlösung unter die Zunge (sublingual)


Weitere Informationen zur Hausstauballergie: