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Schimmelpilzallergie - Die Erreger lauern überall

Ob in der Wohnung, an feuchten Mauern und Klimaanlagen, in der Natur unter Laub und Kompost oder an Nahrungsmitteln - Schimmelpilze findet man überall. Deshalb ist es nicht von ungefähr, dass immer häufiger Menschen an einer Schimmelpilzallergie erkranken.


Pilze sind weder Pflanzen noch Tiere, sie bilden eine eigene Gruppe im Reich der Organismen. Schimmelpilze sind mikroskopisch kleine fadenförmige Pilze, die sich mit Hilfe von so genannten Sporen fortpflanzen. Bei den unterschiedlichen Schimmelpilzarten unterscheiden sich die Sporen in Form, Farbe und Größe. Diese Sporen sind gleichzeitig auch die Allergene (und nicht wie oft angenommen die Pilze), welche in der Luft schweben und vom Wind weiterverbreitet werden. So können die Pilzsporen oder sogar Bruchstücke von Schimmelpilzorganismen durch das Einatmen, eine allergische Reaktion auslösen.


Vorkommen

Schimmelpilze siedeln sich überall da an, wo organisches Material vorhanden und es feucht ist. Da das Schimmelpilzwachstum durch Feuchtigkeit, Dunkelheit und Staub begünstigt wird, können Schimmelpilze nahezu auf jedem Untergrund wachsen, z. B. auf Holz, Leder, Kleidung, Plastik oder Papier. Vor allem an feuchte Mauern in Wohnungen, Kachelwände, feuchte Stellen hinter Tapeten, Holzverschalungen, Klimaanlagen, Luftbefeuchter, Polstermöbel, Matratzen, Topfpflanzen (Erde) und Mülleimer sind Schimmelpilze anzutreffen. In länger nicht gelüfteten Räumen, sowie in Räumen mit grundsätzlich höherer Luftfeuchtigkeit (z. B. im Bad) und Kellern, ist eine höhere Konzentration von Schimmelpilzsporen zu finden. In der Natur findet man eine überwiegende Ansammlung von Pilzsporen unter Laub, auf Brennholzstapeln, Kompost und Blätterhaufen. Im Allgemeinen besteht besonders in Monaten mit feuchtem Klima und häufigen Wetterwechsel, speziell nach Regen oder nach Tauwetter, eine hohe Luftkonzentration an Schimmelpilzsporen. Der menschliche Körper wird aber nicht nur über die Luft mit Pilzsporen konfrontiert, sondern auch Nahrungsmittel können eine Quelle für allergieauslösende Sporen sein. Allerdings ist die Anzahl, der über das Essen sensibilisierten Schimmelpilzallergiker, wesentlich geringer.


Arten von Schimmelpilzen

Ca. 20 bis 30 Schimmelpilzarten sind als Allergieauslöser bekannt, obwohl es noch zahlreiche andere Arten gibt. Folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten allergieauslösenden Schimmelpilze und wo man sie findet:


SchimmelpilzVorkommen
AlternariaObst, Gemüse, Mehl, Fensterrahmen
AspergillusSchaumstoffmatratzen, Polstermöbel, Baumwolle, Tapeten, Keller, Badezimmer
AureobasidiumBlätter, Küche
BotrytisNüsse, Weintrauben, Erdbeeren
CladosporiumKühlschrank, Gewächshaus, Fugenmassen
FusariumGetreide, Gras, Luftbefeuchter, Erdboden
MucorLedermöbel, werden häufig beim Rasenmähen aufgewirbelt.
NeurosporaBrotschimmel
PenicilliumGummidichtungen, Polstermöbel, Zitrusfrüchte, Lebensmittel

Symptome von einer Schimmelpilzallergie

Eine allergische Reaktion, die von einer Schimmelpilzallergie ausgelöst wird, äußert sich durch: Schnupfen mit starker wässriger Sekretion und Naselaufen, oder verstopfte Nase; Husten; Niesanfälle; juckende, gerötete und tränende Augen; Magenschmerzen; Durchfall; Erbrechen; Blähungen; Migräneanfälle; akute Atembeschwerden bis hin zu Asthma-Anfällen; Schmerzen in der Muskulatur; Fieber; Müdigkeit und Konzentrationsstörungen; sowie Hautausschläge.


Tipps für Schimmelpilzallergiker (Vorbeugung)

In erster Hinsicht sollte man den Kontakt mit Schimmelpilzen meiden, doch leider ist dies nicht immer möglich. Deshalb können aber gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden:
• Suchen Sie Ihr häusliches Umfeld nach Schimmelpilzstellen ab (vor allem im Bad, hinter Möbeln und Flecken an den Wänden) und entfernen Sie diese durch gründliches Reinigen mit geeigneten Mittel oder durch Austauschen der Gegenstände (Möbel, Tapeten, Duschvorhänge, etc.).
• Achten Sie auf Stockfleckenbildung vor allem im Bad sowie hinter Holzverkleidungen, Schränken und Kacheln.
• Sollten Ihre Wände einen großflächigen Pilzbefall aufweisen, so ist eine sachgerechte Sanierung durch fachliche Hilfe erforderlich.
• Lüften Sie stets alle Ihre Räume, vor allem aber das Schlafzimmer und das Bad. Eine Zimmertemperatur zwischen 18-20 °C und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 Prozent, sind ideale Bedingungen um Schimmelpilze zu verhindern.
• Das Lüften sollte mehrmals täglich erfolgen, indem Sie Fenster und Türen weit öffnen und für Durchzug sorgen.
• Rücken Sie die Möbel etwas von den Wänden ab, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.
• Versuchen Sie Ihre Räume mit möglichst wenig Möbeln und Teppichen einzurichten (vor allem im Schlafzimmer), so dass sich kaum Staub ansammeln kann, welcher die Schimmelpilzporen durch die Luft trägt.
• Um Staub zu vermeiden, sollten im Allgemeinen die Tipps gegen Hausstaubmilben angewandt werden (siehe Artikel Hausstauballergie - Die Unsichtbare Gefahr im Bett).
• Lassen Sie das Staubwischen bzw. -saugen von einer nicht allergischen Person übernehmen, oder tragen Sie eine Atemmaske.
• Da sich Schimmelpilze gerne an Luftbefeuchter und Klimaanlagen sammeln, verzichten Sie lieber ganz auf Luftbefeuchter und sorgen Sie für eine regelmäßige Reinigung und Wartung der Klimaanlagen.
• Auf Topfpflanzen sollten Sie (vor allem im Schlafzimmer) verzichten, da sich auch hier leicht Schimmel bilden kann.
• Entleeren und säubern Sie Ihre Mülleimer mit Küchenabfällen häufig, da auch dort eine erhöhte Schimmelpilzgefahr entsteht.
• Versuchen Sie Küche und Badezimmer sauber und trocken zu halten. Waschen Sie die Wände um die Fenster herum und bei der Badewanne und dem Waschbecken mit pilztötenden Mitteln ab. Reiben Sie den Duschvorhang nach dem Duschen sofort trocken.
• Essen Sie als Allergiker keine Reste vom Vortag und vermeiden Sie unnötige Lagerzeiten der Lebensmittel (möglichst frisch verzehren).
• Lassen Sie Küchenabfälle und verschimmelte Lebensmittel nicht offen liegen.
• Bewahren Sie Obst und Gemüse im Kühlschrank auf und schälen Sie es vor dem Essen.
• Meiden Sie die Nähe hoher Pflanzen sowie Büsche und weichen Sie vermodernder Vegetation vor allem im Frühling und Herbst aus.
• Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht im Freien, da sich hier die Schimmelpilzsporen schneller an die Textilien anheften.
• Achten Sie bei Gartenarbeiten darauf, dass Sie nicht zu intensiv mit Kompost und abgestorbenen Pflanzenteilen in Verbindung kommen, oder lassen Sie die Gartenarbeiten von nichtallergischen Menschen verrichten.
• Waschen Sie Ihre Kleidung und Haare nach einem Waldspaziergang oder der Gartenarbeit
• Lassen Sie Büsche und Bäume nicht zu dicht ans Haus heranwachsen und verzichten Sie auf eine Hausberankung.
• Falls Sie hypersensibel auf Schimmelpilze reagieren, sollten Sie Penicillin vermeiden.


Andere Behandlungsmethoden

Durch Medikamente: Bei einer Schimmelpilzallergie sowie auch bei anderen Allergien können Antihistaminika, in Form von Sprays, Tropfen oder Tabletten, die Symptome lindern. Auch durch Beta-Sympathomimetika oder Medikamente mit dem Wirkstoff Cromoglicinsäure sowie Cortison, werden die Beschwerden gelindert.

Durch Impftherapie: Eine Allergie-Impfung mit einem molekular standardisierten Allergenpräparat ist bei einer Allergie gegen den Schimmelpilz Alternaria möglich und kann zu einer Heilung verhelfen. Informieren Sie sich bei einem Facharzt darüber.


Weitere Informationen zur Schimmelpilzallergie: