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Lassen Sie sich nicht stechen - Mückenschutz

Egal ob beim Grillen, am Badesee, beim Abendspaziergang oder im Garten, die Plagegeister nerven uns ständig. In Scharen sind die Mückenweibchen jetzt auf Nahrungssuche. Damit im Körper die Eier reifen können, muss eiweißhaltiges Blut her. Hier ein paar Tipps wie Sie sich vor Mücken schützen können.


Mücken sind selten größer als 15 Millimeter und wiegen gerade einmal zwei Milligramm. Trotzdem kann uns oft schon ein einziges Exemplar das Leben zur Hölle machen. Auf ihrer Suche nach Protein, das sie zur Eierbildung brauchen, steht unser Blut ganz oben auf ihrer Nahrungsliste. Allerdings stechen nur die Weibchen, die mit ihrem Stechrüssel das Blut aufnehmen. Die Larven entwickeln sich am besten in stehenden, unbewegten und flachen Gewässern, wie Teiche, Sumpf- und Moorgebiete, in Flussnähe oder in Reisfeldern. Denn Feuchtigkeit und Hitze fördern einen schnellen Entwicklungszyklus der Larven. Aktiv sind Mücken überwiegend in der Zeit zwischen der Abenddämmerung und dem Morgengrauen - an feuchtwarmen Tagen jedoch schon nachmittags. Tagsüber halten sie sich meistens an schattigen, feuchten Orten wie z.B. Hecken und Gehölzstreifen oder auch im Haus versteckt.


Mücken sind wählerisch

Wenn jemand häufig von Mückenstichen geplagt wird, soll angeblich sein spezieller Körpergeruch und die Zusammensetzung seines Blutes daran schuld sein. Die Wirklichkeit sieht aber ein bisschen anders aus, denn Mücken nutzen ein sehr komplexes Zusammenspiel aus Geruch, Wärme und Feuchtigkeit der Haut um ein attraktives Ziel zu orten. So kann die Mücke z.B. einen Wirt nur dann erkennen, wenn seine Körpertemperatur zwischen 36,45 und 37,85 °C liegt. Je weiter die eigene Temperatur davon entfernt ist, desto weniger anfällig ist man auf Stiche. Dabei sollte der Körpergeruch sich aus 60 bis 80 Prozent Milchsäure und jeweils 10 bis 20 Prozent Ammonika und Fettsäuren zusammensetzen. Bei dieser Konstellation stechen Mücken nämlich am liebsten zu. Leider können Insekten geplagte Menschen selbst mit einem intensiven Bad und viel Seife diesen Geruch nicht dauerhaft loswerden. Da der Mensch seinen Säureschutzmantel immer wieder erneuert, entsteht sehr schnell wieder der Mücken anziehende Duftmix.


Wie Sie sich vor Mücken schützen

• Sie sollten sich vor allem in der Dämmerung nicht in der Nähe von Wassertonnen, Sumpfgebieten und Gewässern aufhalten, da Mücken bei feuchtwarmer Witterung besonders aktiv sind.
• Wassertonnen und Gartenteiche lassen sich mit speziellen biologischen Tabletten larvenfrei halten. Eimer und Gießkannen immer leer machen und Regentonnen abdecken.
• Tragen Sie helle, locker sitzende Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen. Schützen Sie Ihre Fuß- und Handgelenke, durch z. B. lange Socken oder Hosen mit eng schließendem Bund, da die Gefahr gestochen zu werden, dort am größten ist.
• Benutzen Sie Moskitonetze während des Schlafens, da sie den besten Schutz vor Mücken bieten. Erhältlich sind sie in verschiedenen Formen, auch für Kinderwagen, Hängematte oder Schlafsack.
• Bei gut sortierten Outdoor-Händlern bekommen Sie auch spezielle Moskitonetz-Bekleidung (Hosen, Hemden, Socken, Kopfnetze). Achten Sie jedoch beim Kauf auf die Maschenweite, für Malariaschutz werden ca. 1,2 bis 1,5 mm² empfohlen.
• Bedecken sie Fenster und Türen mit Gazestoffe. Sind die Fenster mit Insektengittern versehen, prüfen Sie, ob diese Gitter auch dicht, engmaschig und unbeschädigt sind, bevor Sie nachts die Fenster öffnen. Löcher schließt man am besten mit Klebeband.
• Lassen Sie im Urlaub die Klima-Anlage in Ihrem Hotelzimmer Tag und Nacht eingeschaltet, denn Mücken meiden kühle Räume.
• Da Mückenabweisende UV-Lampen oder Elektropieper bei den meisten Verbrauchertests schlecht abschneiden, können sie höchstens zusätzlichen Schutz bieten.


Soforthilfe nach einem Mückenstich

Hat uns dann doch eine Mücke gestochen, äußert sich dies mit geröteter Haut, Schwellungen und manchmal tagelang juckende Quaddeln. Um Schwellungen zu reduzieren, kühlen Sie die Einstichstelle mit kalten Umschlägen oder Kühlgel. Da Stichwunden eine Eintrittspforte für Erreger darstellen, kratzen Sie sich nicht, sonst kann sich die Einstichstelle infizieren und entzünden. Frischen Sie deshalb auch regelmäßig Ihren Tetanusschutz auf. Hat sich der Stich schon infiziert, wird er mit Desinfektionsmitteln behandelt. Salben dringen tiefer in den Entzündungsbereich ein als Lösungen.


Mücken - gefährliche Krankheitsüberträger

In tropischen Regionen aber auch im Mittelmeergebiet können die Äußerungen von Mückenstichen allerdings weitaus ernsthafter werden. Dort übertragen einige Mückenarten (engl. Moskitos) wie die Anopheles-Mücke, die Aedes-Mücke, die Culex-Mücke, die Kriebelmücke oder die Sandmücke gefährliche Krankheiten.
Dazu gehören:

• Malaria, Chikungunya-Fieber, Kala Azar, Phlebotomus-Fieber, Sindbis-Fieber und West-Nil-Fieber (teilweise gefährliche Fieberkrankungen)
• japanische Enzephalitis (Hirnhautentzündung)
• Dengue-Fieber und Gelbfieber (führen zu inneren Blutungen)
• Onchozerkose (kann zu Erblindung führen)
• Orientbeule (unangenehmes Geschwür)
• Schlafkrankheit (führt Monate nach der Infektion zu vermehrtem Schlafbedürfnis und endet unbehandelt tödlich)
• lymphatische Filariose (schmerzhafte Schwellung der Lymphknoten und Lymphgefäße)

Gegen die meisten dieser Infektionen ist eine Impfung oder eine spezielle Vorbeugung nicht möglich. Der einzig wirksame Schutz ist daher, den Mückenstichen vorzubeugen. Und zwar nicht nur durch umsichtiges Verhalten oder entsprechende Kleidung, sondern auch durch ein „Repellent“ (Abwehrmittel) mit chemischen Wirkstoffen wie Diethyltoluamid (DEET) oder Bayrepel.


Was versprechen Insektenschutzmittel (Repellents)

Verderben Sie den Mücken den Appetit! Duschen Sie abends kalt und reiben Sie unbedeckte Hautstellen mit Insektenschutzmitteln (Repellents) ein. Sie verändern Körpergeruch, Temperatur und Feuchtigkeit der Haut, so dass Mücken uns nicht mehr orten können. Von der Weltgesundheitsorganisation wird der Wirkstoff Bayrepel empfohlen. Er ist in Deutschland in Autan-Präparaten enthalten und auch für Kinder ab zwei Jahren geeignet. Präparate mit 20 Prozent Bayrepel wirken bis zu 8 Stunden gegen Mücken. Produkte mit 10 Prozent Inhaltstoff wirken 4 Stunden gegen Mücken. Auch der Wirkstoff DEET und bestimmte Zubereitungen mit Kokosöl zeigen gute Wirkungen gegen Mücken. Praktisch sind Après-Sun-Körperlotions mit gleichzeitigem Insektenschutz. Andere Mittel auf der Basis pflanzlicher, ätherischer Öle wie Teebaumöl, Zedernöl, Zitronen- oder Lavendelöl, haben eine wesentlich schwächere und kürzere Wirkung von teilweise nur einer Stunde und sind für Risikogebiete nicht zu empfehlen. Außerdem ist ihr Giftpotenzial oft nicht ausreichend untersucht.


Veröffentlicht: 06/2006, von Anika Saager






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