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Startseite > Gesundheits-Ratgeber > Zeckengefahr - Wissenswertes zur ... Zeckengefahr - Wissenswertes zur ZeckenimpfungDurch die Zecken wird die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen. Die Hauptaktivität der Zecken ist Mai und Juni, sowie Spätsommer, die Übertragung findet allerdings während der ganzen warmen Jahreszeit statt. Die Wahrscheinlichkeit, nach dem Biss einer infizierten Zecke zu erkranken, ist relativ hoch, allerdings ist selbst in Gebieten mit hoher Verseuchung selten mehr als 1 von 200 Zecken infiziert.![]() Der HolzbockDer Holzbock (lateinisch: Ixodes ricinus) ist eine Zeckenart. Wie alle Zecken ist er mit Mundwerkzeugen ausgestattet, die sowohl stechen als auch saugen können. Der Holzbock ist in Europa weit verbreitet. Sein bevorzugter Lebensraum ist der Wald, aber er ist auch auf Wiesen und Feldern zu finden. Steigt während der warmen Jahreszeit die Temperatur konstant über etwa sieben Grad, werden die Blutsauger aktiv und gehen auf Nahrungssuche. FSME-VerbreitungFSME ist eine Viruserkrankung. Das Virus lebt in der Zecke. Kontinuierliche Untersuchungen über Jahrzehnte hinweg haben gezeigt, dass es in Europa Gebiete gibt, in denen fast alle Zecken FSME-Viren tragen. Andere Landstriche hingegen sind praktisch FSME-frei. In Deutschland ist vor allem in Bayern und in Baden-Württemberg mit FSME-übertragenden Zecken zu rechnen. Besonders FSME-reiche Gebiete in Europa sind Slowenien, Estland, Litauen, Lettland und Russland. In Österreich konzentriert sich die FSME auf Kärnten und die Steiermark. In Tschechien ist besonders Südböhmen befallen. ![]() Gefährdete PersonenWer sich im Wald und in freier Natur aufhält, kann von Zecken befallen werden. Zecken halten sich bevorzugt in hohem Gras, Gebüsch und Unterholz auf. Zu den gefährdeten Personen in Risikogebieten zählen deshalb alle Personen, die sich aus beruflichen Gründen oder während Freizeitaktivitäten in freier Natur aufhalten, wie Wald-, Land- und Forstarbeiter, Freizeitsportler, Urlauber sowie Bewohner von Risikogebieten. Zecken lassen sich bevorzugt auf unbekleidete Körperteile fallen. Jedoch suchen sie von dort aus auch bekleidete Körperareale auf, besonders solche, die warm und feucht sind (Achselhöhle, Haaransatz, Leistenbeuge). ![]() Der BissBeim Beißen gibt die Zecke eine betäubende Substanz ab. Deshalb erinnern sich die Befallenen später oft an keinen Zeckenbiss. Nach dem Biss verhakt sich die Zecke mit ihren Beißwerkzeugen in der Haut des Opfers. In aller Ruhe saugt sie sich nun voll Blut. Ist sie nach mehreren Tagen satt, fällt sie ab. Unmittelbar nach dem Biss ist die Zecke als kleiner schwarzer Punkt sichtbar, der sich nicht wegwischen lässt. Voll gesaugt erscheint sie knapp kleinfingernagelgroß und grau. Infiziert? - FSME-SymptomeMit dem Biss gibt die Zecke FSME-infizierten Speichel in den Bisskanal ab. Im Blut des Opfers braucht das Virus drei bis 14 Tage, um sich ausreichend zu vermehren. Nach dieser Inkubationszeit (Zeit, die von der Infektion bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen verstreicht) spürt etwa jeder dritte Infizierte grippeähnliche Symptome: Neben Kopf- und Gliederschmerzen kommt es zu allgemeinem Unwohlsein und leichtem Fieber. Diese flüchtigen Anzeichen sind schnell vorüber. Vorbeugung gegen ZeckenbisseMeiden Sie verseuchte Gebiete (Wälder, Wiesen, Waldrandgebiete) und tragen Sie geeignete Kleidung, welche möglichst große Teile des Körpers bedeckt (lange Hosen, lange Ärmel, Kopfbedeckung etc.). Einen gewissen Schutz bietet auch die Anwendung von Insektenabwehrmitteln. Behandlung der FSMEDie FSME kann nicht ursächlich (kausal) behandelt werden. Lediglich ihre Symptome können gelindert werden, etwa durch Fieber- und Schmerzmittel oder krankengymnastische Betreuung. Ein hoher Stellenwert kommt deshalb der Verhütung von Infektionen zu. Die empfohlenen Abwehrmaßnahmen wie lange Kleidung, Repellentien (Insektenabwehrmittel) bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Die FSME-Impfung wird weiterhin empfohlen, allerdings nicht mehr für Kinder unter 12 Jahren. ![]() FSME-ImpfungVerhindert werden Erkrankungen an FSME durch die Schutzimpfung. Dabei werden abgeschwächte Krankheitserreger in den Muskel gespritzt. Sie bewirken im Organismus des Impflings eine Antikörperbildung gegen FSME-Viren. SchnellimmunisierungAlternativ für Eilige kann die Impfung bereits sieben und 21 Tage nach der Erstimpfung wiederholt werden. Eine Auffrischung sollte dann nach einem und drei bis fünf Jahren erfolgen. Passive ImpfungFür Ungeimpfte ab dem 15. Lebensjahr gibt es bis zu 96 Stunden nach dem Zeckenstich die Möglichkeit, bereits fertige Antikörper zu spritzen. Im Gegensatz zu den körpereigenen zerfallen diese passiven Antikörper nach einigen Monaten, so dass eine aktive Impfung nachgeholt werden sollte. VerträglichkeitAn der Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit dieses Produktes wird ständig weitergearbeitet. Die Schutzrate beträgt etwa 98%. Wie bei anderen Impfungen können auch bei der FSME-Impfung vorübergehende lokale Reaktionen (Rötung und Schwellung im Bereich der Einstichstelle), sowie Allgemeinerscheinungen (wie etwa Abgeschlagenheit und Fieber) auftreten. Und wer schützt vor Borreliose?Borrelien sind eine Bakterienart, die ebenfalls von mitteleuropäischen Zecken übertragen wird. Neben Hautausschlag, Gelenkschwellungen und Fieber können auch sie Hirnhautentzündungen und Lähmungen verursachen. Borrelien sind weiter verbreitet als FSME-Viren. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es derzeit noch nicht. Allerdings kann die Borreliose gut mit Antibiotika behandelt werden. ZeckenentfernungDie Zeckenentfernung aus der Haut sollte möglichst früh, vorsichtig und vollständig geschehen. Die vorsichtige Entfernung aus der Haut verhindert ein Erbrechen der Zecke und damit eine Übertragung der Infektionserreger in die menschliche Blutbahn. Nehmen Sie eine Plastikpinzette. Die kalte Metallpinzette löst gerne ein Erbrechen der Zecke aus. Wenn Sie nur über eine Metallpinzette verfügen, wärmen Sie diese in der Hand vor. Fassen Sie die Zecke zwischen Körper und Kopf und ziehen Sie möglichst vorsichtig und mehrmals am Körper. Entsprechend der Anordnung ihrer Beißwerkzeuge sollte die Zecke linksherum, also gegen Uhrzeigersinn, herausgedreht werden. Wichtig ist die Entfernung des Kopfes. Quelle:PTA heute Nr.5 Weitere Informationen über Zecken:
Veröffentlicht: 06/2006, von Anika Saager Mehr zum Thema im Gesundheits-Ratgeber |