apotheke2u - Medikamente aus Ihrer Apotheke

Ich lebe gesund.

Startseite > Gesundheits-Ratgeber > Beipackzettel richtig verstehen


Den Beipackzettel richtig verstehen

Wenn ein Medikament verordnet wird, wirft der Durchschnittsdeutsche wohl einen ersten Blick auf den Beipackzettel. Dabei ist die Packungsbeilage für Patienten die zweitwichtigste Informationsquelle nach dem Arzt. Aber viele Verbraucher werden zunehmend von den Packungsbeilagen verunsichert, was dazu führt, dass fast jeder Dritte schon einmal ein Medikament aufgrund der Beilage abgesetzt oder es erst gar nicht genommen hat. Oft sind die Texte zu lang, unverständlich und zu klein geschrieben. Um Ihnen die Verunsicherung vor dem Beipackzettel zu nehmen, erfahren Sie im Folgenden mehr über die fünf wichtigsten Rubriken und warum sie so wichtig sind.



Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Neben der Vermeidung von Über- und Unterdosierungen von Medikamenten, ist auch der Zeitpunkt und die Dauer der Einnahme wichtig. Wird beispielsweise eine Tablette zu den Mahlzeiten eingenommen, bleiben sie länger im Magen, die Wirkung setzt erst später ein. Vor allem bei Antibiotika ist die Anwendung von Bedeutung. Auch wenn die Symptome nach ein bis zwei Tagen abklingen, muss das Arzneimittel weiter eingenommen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass keine Keime überleben und die Infektion erneut auftritt.
Daher ist es von Bedeutung, ob die Medikamente, vor, während oder nach den Mahlzeiten eingenommen werden sollten.


Warnhinweise

In dieser Rubrik wird geklärt, ob der Verbraucher durch das Mittel in seinen Bewegungsabläufen beeinträchtigt wird. So können durch die Einnahme von bestimmten Präparaten Konzentrationsstörungen auftreten, die eine Gefährdung beim Autofahren oder beim Führen von Maschinen darstellen. Wird ein Unfall verursacht, weil die Reaktionsfähigkeit durch ein Medikament gestört war, kann man von seiner Versicherung zu Schadenersatzansprüchen herangezogen werden.


Wechselwirkungen

Wenn sich zwei Medikamente gegenseitig beeinflussen, dann handelt es sich um eine Wechselwirkung. Die Medikamente können gegenseitig ihre Wirkungen verstärken oder abschwächen. Bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Präparaten, kann es zu einem Abbau-Stau kommen, weil rund die Hälfte aller Medikamentenwirkstoffe über die Leber abgebaut werden. Dadurch bleiben die Medikamente länger im Körper und ihre Wirkung verstärkt sich. Umgekehrt kann die Wirkung durch ein anderes Medikament reduziert werden.


Gegenanzeigen

Hier erfahren Sie, bei welchen Vorerkrankungen oder Allergien ein bestimmtes Medikament nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden darf. Aber auch bei einem bestimmten Alter (Kinder, ältere Menschen) oder während der Schwangerschaft und Stillzeit dürfen bestimmte Präparate nicht bzw. nur eingeschränkt eingenommen werden.


Nebenwirkungen

Unter Nebenwirkungen versteht man nicht erwünschte, unzweckmäßige Effekte des Medikaments. Im Beipackzettel werden die bekanntesten Nebenwirkungen und die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens genannt. Bei der Bewertung über die Häufigkeit ihres Auftretens, werden folgende Angaben zugrunde gelegt:


sehr häufig:mehr als 1 von 10 Behandelten
häufig:mehr als 1 von 100 Behandelten
gelegentlich:mehr als 1 von 1000 Behandelten
selten:mehr als 1 von 10 000 Behandelten
sehr selten:weniger als 1 von 10 000 Behandelten