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Mittelohrentzündung / Ohrenschmerzen

Eine Mittelohrentzündung entsteht oft im Zusammenhang mit einer Erkältung, Grippe oder Masern - Erkrankung. Dabei gelangen Viren oder Bakterien über die Ohrtrompete (Verbindungsgang zwischen Ohr und Nasen-Rachen-Raum) ins Mittelohr. Da bei Kindern die Kanäle im Nasen-Rachen-Raum kürzer und enger sind als bei Erwachsenen, sind sie anfälliger für Entzündungen. So kann zum Beispiel bereits ein leichter Schnupfen zu einer Entzündung der Ohrtrompete führen und diese zusätzlich verstopfen. Eiter und Entzündungsflüssigkeit (Sekret) kann nicht mehr abfließen und bietet außerdem eine gute Grundlage für andere Keime.


Dabei haben rund 60 Prozent aller Kinder unter 3 Jahren schon einmal eine Mittelohrentzündung durchgemacht. Bei älteren Kindern (ab dem 8. Lebensjahr) treten Mittelohrentzündungen normalerweise nicht mehr so zahlreich auf. Sie gehört aber zu den unangenehmsten Krankheiten bei Kleinkindern.


Bei einem Säugling sollten Sie immer im Rahmen einer Erkältung an eine Mittelohrentzündung denken, wenn das Kind stark schreit und weint, nachdem es ins Bettchen gelegt wurde.


Eine frühzeitige Behandlung einer Ohrenerkrankung ist wichtig, da bei einer Verschleppung der Erkrankung das Gehör großen Schaden nehmen kann.


Anzeichen einer Mittelohrentzündung

  • Eine Mittelohrentzündung beginnt oft mit einem Druckgefühl im Ohr. Zeitgleich oder einige Tage später treten stechende oder pochende Schmerzen, vorwiegend in der Nacht auf. Ein Schwindelgefühl, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen sowie hohes Fieber können weitere Symptome einer Entzündung des Mittelohrs sein. Damit verbunden ist eine Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr, die das Trommelfell belastet und Hörstörungen hervorruft.
  • Säuglinge und Kleinkinder zupfen sich immer wieder am Ohr, schlafen unruhig und weinen auffällig laut. Darüber hinaus haben sie fast immer Fieber und trinken kaum.
  • Klagt Ihr Kind über Schmerzen, wenn Sie an der Ohrmuschel ziehen oder auf den vorderen Ohrknorpel drücken, liegt wahrscheinlich eine Entzündung im äußeren Gehörgang vor.
  • Fließt Sekret aus dem Ohr des Kindes, ist dies ein Anzeichen dafür, dass sich der Eiter aus dem Trommelfell in den äußeren Gehörgang entleert hat. Diese Entleerung führt zu einer spürbaren Entlastung, gepaart mit sofortiger Schmerzfreiheit. Das platzen des Trommelfells kann bereits nach kurzer Beschwerdezeit geschehen. Bei einem guten Heilungsverlauf ist die Trommelfellverletzung binnen 14 Tagen auskuriert.

Maßnahmen zur Behandlung

  • Bei einer akuten Mittelohrentzündung, besonders in den ersten beiden Lebensjahren, wird der behandelnde Kinderarzt ein Antibiotikum verschreiben, wenn die Auslöser Bakterien sind. Stellt der Arzt eine Entzündung des äußeren Gehörgangs fest, wird Ihr Kind mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten behandelt werden.
  • Nasentropfen für Säuglinge und Kinder mit abschwellender Wirkung sowie ein schleimlösendes Produkt sind wichtig, damit die Schwellung der Schleimhäute zurückgeht und sich die Ohrtrompete wieder öffnen kann.
  • Bei immer wiederkehrender Mittelohrentzündung oder einer nicht eitrigen Entzündung des Mittelohrs mit Sekretstau, setzt der Arzt ein kleines Rohr in das Trommelfell ein. Dadurch fließt der Eiter ab und das Mittelohr wird wieder gut belüftet.

Was Sie selber tun können:

  • Achten Sie stets darauf, dass Sie Ihr Kind nicht der Zugluft aussetzen. Dafür können Sie ihm auch in der Wohnung ein Mützchen aufsetzen.
  • Darüber hinaus tut es Ihrem Kind gut, wenn es mit dem Oberkörper etwas erhöht oder auf der Seite, mit dem gesunden Ohr nach untern liegt. Dazu geben Sie bei Babys ein gefaltetes Handtuch unter die Matratze. Bei älteren Kindern genügt es, wenn Sie es auf einem dicken Kissen schlafen lassen. Dadurch wird die Behandlung unterstützt und das Sekret kann leichter abfließen.
  • Ein altbewährtes Mittel bei leichten Ohrenschmerzen ist der Zwiebelwickel. Er wirkt lindert und entzündungshemmend. Dazu schneiden Sie eine Zwiebel in kleine Würfel, überbrühen sie und schlagen diese anschließend in ein trockenes Leinentuch ein. Ist das Tuch abgetropft, legen Sie es in ein zweites Tuch und binden Sie es um den Kopf des Kindes. Achten Sie darauf, dass die Zwiebel über dem Ohr liegt. Der Umschlag kann 30 Minuten oder auch mehrere Stunden am Ohr verbleiben.
  • Falls Sie keine Zwiebeln verwenden möchten, können Sie auch einen Breiumschlag zubereiten. Kartoffeln werden mit Schale gekocht und anschleißend zu einem Brei zerdrückt. Legen Sie den Brei auf ein Tuch und lassen ihn etwas abkühlen, damit sich Ihr Kind keine Verbrennungen zuzieht. Sie können auch ein separates Tuch zwischen Haut und Umschlag legen. Befestigen Sie den Umschlag am schmerzhaften Ohr mit einem Tuch oder Binde.

Mögliche Komplikationen

  • Durch eine verstärkte Ansammlung des Sekrets im Mittelohr kann es zu einer Hörstörung kommen.
  • Verbleibt das Sekret über einen längeren Zeitraum in der Ohrtrompete, können sich andere Keime ansiedeln, die beispielsweise eine weitere Infektion herbeiführen.
  • Eine Entzündung der angrenzenden Knochen, mit verbleibender Rötung hinter dem Ohr und abstehender Ohrmuschel kann auftreten.
  • Auch ein Hirnhautentzündung oder Gesichtsnervenlähmung kann in einigen Fällen die Folge sein.
  • Eine sich ständig wiederholende Mittelohrentzündung kann, wenn sie nicht behandelt wird zu einer dauerhaften Verschlechterung des Hörvermögens führen. Was eine verlangsamte Sprachentwicklung begünstigt.

Leidet Ihr Kind unter Ohrenschmerzen, ist es notwendig einen Kinderarzt hinzuzuziehen. Er wird eine Mittelohrentzündung von Ohrenschmerzen anderen Ursprungs abgrenzen. Daher ist es umso wichtiger, dass ein Arzt die Ursache der Erkrankung erkennt, um sofort mit der richtigen Behandlung beginnen zu können.