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Erbrechen

Viele Säuglinge würgen und spucken, wenn sie zu viel gegessen haben. Infolgedessen drücken sie den Überschuss an Nahrung (z.B. Milch) wieder heraus. Hinzu kommt, dass bei Säuglingen der Muskel, der die Speiseröhre zum Magen hin abschließt, noch etwas schlaf ist.

Dabei erfolgt die Leerung des Magens durch wiederholtes kurzes Zusammenziehen des Zwerchfells, der Bauchwand und des Magens. Sollte Ihr Kind über einen längeren Zeitraum mehrfach Erbrechen, besteht die Gefahr des Austrocknens des Körpers durch Flüssigkeitsmangel. Besonders für Säuglinge und Kleinkinder ist ein erhöhter Wasser – und Salzverlust lebensgefährlich.

Darüber hinaus kommt es oft bei einer Erkrankung, zu einem Stillstand der Verdauung. Der Magen kann sich nicht so schnell entleeren und die aufgenommene Nahrung wird erbrochen. Aber auch eine Vergiftung oder eine Erkrankung des Gehirns, kann eine Entleerung des Magens- oder Speiseröhreninhaltes zur Folge haben. Weitere Ursachen des Erbrechens können z.B. sein: eine Entzündung des Magens, seelische Belastungen (z.B. in der Schule oder zu Hause), Entzündungen des Mittelohrs, des Blinddarms, der Atem- und Harnwege.

Daher ist es empfehlenswert, um die Ursache genau abklären zu können, einen Kinderarzt aufzusuchen.

Arten des Erbrechens

(Achten Sie dabei besonders auf die Art und Weise, wie Ihr Kind erbricht.)

  • Beim Speien oder Spucken einer kleinen Menge Nahrung 30 bis 60 Minuten nach einer Mahlzeit, bei gesunden Babys und Kindern, kann gewöhnlich von einer harmlosen Ursache ausgegangen werden. In diesem Fall hat Ihr Kind vermutlich zu viel und zu hastig gegessen.
  • Bei einem schlaffen oder atonischen Erbrechen, wird die Nahrung während des Fütterns sofort wieder herausgewürgt. Dies kann ein Anzeichen für die Erkrankung der Speiseröhre sein.
  • Bei einem Erbrechen im Schwall wird die aufgenommene Nahrung mit hohem Druck und in großen Mengen wieder ausgestoßen. Dies ist z.B. typisch für einen Brechdurchfall.
  • Beim Erbrechen im Strahl wird die Nahrung in einem hohen Bogen, cirka 30 bis 60 Minuten nach der Mahlzeit ausgestoßen. Es ist charakteristisch für eine Magenpförtnerverengung bei Babys.

Eigenschaften des Erbrochenen

(Achten Sie dabei hauptsächlich auf das Aussehen und den Geruch des Erbrochenen.)

  • Riecht das Erbrochene sauer, kam es mit der Magensäure in Berührung und kommt somit direkt aus dem Magen. Riecht es dagegen neutral, kommt es nicht unmittelbar aus dem Magen.
  • Beinhaltet das Erbrochene grünlich-bräunliche Galle, liegt wahrscheinlich eine Dünndarmverengung vor.
  • Eine Bronchitis (Entzündung der Bronchien) oder Gastritis (Entzündung des Magens) liegt vor, wenn das Erbrochene zusätzlich Schleim enthält.
  • Wenn das Erbrochene faul stinkt oder Kot enthält, liegt möglicherweise eine Störung der Darmmotorik, ein Darmverschluss oder eine Darmverengung vor.
  • Schäumt das Erbrochene, verbunden mit vielen Luftblasen, dann muss mit höchster Wahrscheinlichkeit von einer Vergiftung ausgegangen werden.
  • Befindet sich im Erbrochenen hellrotes Blut, deutet das auf eine Blutung oberhalb des Magens hin.
  • Wurde Blut aus dem Mund-Nasen-Rachen-Raum verschluckt oder es kam zu einer Blutung im Magen bzw. zu einer Ausbildung eines Magengeschwürs, ist das Erbrochene mit braunschwarzem Blut vermengt. Die dunkle Farbe des Blutes resultiert daraus, dass es bereits durch den Kontakt mit der Magensäure zersetzt wurde.

Wie Sie Ihrem Kind helfen können:

  • Wenn Sie bemerken, dass Ihr Baby brechen muss, beruhigen Sie es und halten es beim Erbrechen so, dass Sie den Kopf an der Stirn abstützen. Ist das Kind älter, halten Sie es stützend über eine Schüssel oder Waschbecken.
  • Spülen Sie nach dem Ihr Kind erbrochen hat, den Mund sorgfältig aus. Der stark saure Geschmack ist nicht nur unangenehm, er wirkt auch schädigend auf die Zähne. Bei Kleinkindern, die noch nicht das Mundspülen beherrschen, können Sie ihm einen oder mehrere kleine Schlucke Wasser zum Trinken geben.
  • Hat das Kind erbrochen, ist es oft mit kaltem Schweiß bedeckt und es wirkt sehr träge. Erfahrungsgemäß kommt es dann auch zu einem Absinken des Blutdrucks. Wenn Sie diese Anzeichen bei Ihrem Kind feststellen, sollten Sie ihm das Gesicht mit einem Handtuch abtrocknen und anschließend zur Erholung ins Bettchen legen. Klagt Ihr Kind weiterhin über ein Schwindelgefühl, legen Sie ihm die Beine etwas höher.
  • Da Ihr Kind beim Erbrechen viel Flüssigkeit verlieren kann, ist es wichtig, dass es ausreichend zu trinken bekommt. Dazu bieten Sie Ihrem Kind regelmäßig in kleinen Mengen Wasser oder Tee an. Dabei kann es vorkommen, dass die zugeführte Flüssigkeit wieder erbrochen wird. In diesem Fall warten Sie einige Stunden und beginnen erneut löffelweise mit der Flüssigkeitszufuhr.
  • Um den Magen Ihres Kindes zu beruhigen, sollten Sie Teesorten, wie Pfefferminze, Kamille oder Gänsefingerkraut verwenden.
  • Um den entstandenen Salz- und Wasserverlust zu ersetzen, sind besonders Reisschleim-Elektrolyt-Lösungen für Babys und Kinder geeignet.
  • Sollte Ihr Kind die Aufnahme der Reisschleim-Elektrolyt-Lösung verweigern, können sie ihm auch einen Becher mit dünnem Saft oder stillem Wasser mit einer Prise Salz und etwas Traubenzucker vermischt geben. Sie können auch acht Teelöffel Traubenzucker und einen Teelöffel Salz in einem Liter Wasser auflösen.
  • Notieren Sie die zugeführte Flüssigkeitsmenge und die Häufigkeit des Erbrechens sowie eventuellen Durchfall. Dies dient der Beurteilung des tatsächlichen Verlustes und der gesamten Flüssigkeitsbilanz.

Erbricht Ihr Baby mehrmals hintereinander, sollte in jedem Fall ein Kinderarzt hinzugezogen werden. Entsprechendes gilt bei Erbrechen mit Durchfall, hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl, Schmerzen und erhöhtem Flüssigkeitsverlust.

Grundsätzlich gilt: Holen Sie sich den Rat Ihres Arztes ein, wenn Ihr Kind mehrfach hintereinander erbricht. Er wird geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Ursache des Erbrechens festzustellen und um das Erbrechen zu stoppen.