Zahnungsbeschwerden
Wann sich der erste Zahn ankündigen wird, kann nicht genau bestimmt werden. Dies ist je nach Kind unterschiedlich. In der Regel kommen die ersten Milchzähne im Alter von sechs bis acht Monaten zum Vorschein. Es sind jedoch Schwankungen vom zweiten bis zwölften Lebensmonat möglich.
Dabei ist es aber sehr unterschiedlich, wie ein Kind das Zahnen erlebt. Während einige Kinder nur geringe Beschwerden haben, erleben andere wiederum ihren ersten anhaltenden Schmerz.
Darüber hinaus ist für viele Eltern die Zeit sehr anstrengend und mit großer Unsicherheit belastet, da sie sich nicht sicher sind, ob die ersten Zähne für die Beschwerden verantwortlich sind. Da Babys gerade in dieser Zeit häufig Infektionen durchmachen, können Fieber und andere Wehwehchen, mit dem Durchdringen eines Zahnes zusammentreffen.
Auch wenn die Zeit des Zahnens sowohl für das Kind als auch für die Eltern sehr unruhig sein wird, ist sie auch umso bedeutender, denn mit den ersten Zähnchen erwacht in der Regel das Interesse für feste Nahrung.
Anzeichen des Zahnens
Während des Zahnens können folgende Symptome einzeln oder in Kombination auftreten:
- Gerötete, heiße Wangen
- Vermehrter Speichelfluss
- Schwellung und Rötung des Zahnfleisch
- Häufiges Fingerlutschen
- Starke Unruhe
- Schlafstörungen
- Plötzliches nächtliches Aufschreien
- Appetitlosigkeit
- Unausgeglichenheit, Reizbarkeit
- Durchfall
- Erbrechen
- Weicher, aggressiver Stuhl
- Wunder Po
- Leichtes Fieber
Wie Sie Ihrem Kind das Zahnen erleichtern können:
- Da viele Babys während des Zahnens gerne auf harten Gegenständen herumkauen, eignet sich in dieser Zeit besonders ein Beißring. Geben Sie Ihrem Kind aber nicht irgendein Gegenstand zum darauf Herumkauen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich giftige Stoffe im Material befinden. Sollten Sie sich für einen Beißring, der mit Flüssigkeit gefüllt ist entschieden haben, legen Sie ihn zur Kühlung aber nur in den Kühlschrank. Zu kalte Ringe können die zarte Mundhaut Ihres Babys verletzen. Ein Softbeißring sollte ohne Weichmacher und PVC-frei hergestellt sein.
- Auch das Massieren des geschwollenen Zahnfleisches mit dem Finger kann Linderung bringen. Die Zahnungsschmerzen entstehen dadurch, dass sich die Haut über den Zahn stärker dehnt und deshalb immer mehr spannt. Zur Unterstützung des Zahndurchbruches können Sie Ihrem Kind die entsprechende Zahnleiste mit Ihrem sauberen Finger behutsam massieren.
- Sie können Ihrem Kind auch harte Nahrungsmittel, wie z.B. Brotrinde oder ein gekühltes Stück geschälte Karotte zum darauf Herumkauen geben. Brotrinde sollten Sie Ihrem Kind aber nicht dauerhaft anbieten. Brot enthält Stärke, was wiederum die Kariesbildung fördert.
- Kurzzeitig können lokale schmerz dämpfende Mittel bei Zahnungsbeschwerden eingesetzt werden. Diese pharmazeutischen Produkte enthalten ein leichtes lokales Betäubungsmittel, das den Schmerz an der eingeriebenen Stelle vorübergehend lindert. Sie werden auf das Zahnfleisch aufgetragen und leicht einmassiert.
- Wenn die Schmerzen besonders groß sind, kann im Ausnahmefall ein schmerzstillendes Zäpfchen in niedriger Dosierung verabreicht werden. Die Gabe von Schmerzäpfchen sollte aber eine absolute Seltenheit bleiben. Holen Sie sich deshalb vor der Anwendung den Rat bei Ihrem Kinderarzt ein.
- Eine natürliche Alternative zu den industriell gefertigten Beißringen, sind Veilchenwurzeln als Zahnungshilfe. Die Veilchenwurzel sollten Sie aber regelmäßig auskochen, damit sie nicht bakteriell verunreinigt wird.
- Darüber hinaus gibt es homöopathische Arzneimittel gegen die Zahnungsbeschwerden von Säuglingen und Kleinkindern. Vor der Anwendung sollten Sie sich aber Rat bei Ihrem Kinderarzt einholen und abklären, welches Mittel er aufgrund der Beschwerdelage Ihres Kindes empfiehlt.
- Hautreizungen am Po durch weichen Stuhl können Sie vorbeugen, indem sofort nach dem Stuhlgang die Windeln gewechselt und eine Hautschutzcreme aufgetragen wird.
- Alle zahnenden Kinder verfügen über einen vermehrten Speichelfluss. Damit die Strampler und Jäckchen aber halbwegs trocken bleiben, sollten Sie Ihrem Kind ein Lätzchen umlegen. Ist Ihr Kind schon mobiler, sind Halstücher besser geeignet. So können sie beim Herumkrabbeln nirgendwo hängen bleiben oder sich sogar verletzen.
- Sobald Ihr Kind mit knabbern anfängt, sollten Sie die Schnuller und Sauger häufiger wechseln, weil sie bedingt durch die ersten Zähnchen löchriger werden können. Ist Ihr Kind an den Schnuller gewöhnt, kann es den selbstverständlich auch weiterhin bekommen. Achten Sie aber darauf, ihn nicht öfter als nötig anzubieten. Dies kann sonst negative Auswirkungen auf die Ausbildung der Zähne und der Entwicklung der Sprache haben.
- Auch Ablenkung kann Ihrem Kind helfen. Durch ausgedehnte Spaziergänge, Spiel- und Schmuseinheiten, wird es seine Beschwerden mit großer Wahrscheinlichkeit für eine Weile vergessen.
Stillen trotz erster Zähnchen
Auch wenn die ersten Zähne sichtbar vorhanden sind, bedeutet es nicht, dass Sie Ihrem Kind nicht mehr die Brust anbieten sollten. Ihr Kind wird Sie während des Trinkens nicht beißen, das passiert allenfalls zufällig. Spüren Sie doch mal die Zähne, sagen Sie Ihrem Kind dass es Ihnen wehgetan hat. Auch wenn es Sie nicht verstehen wird, wird es Ihre Stimmung wahrnehmen und spüren, dass es etwas falsch gemacht hat.
Zeigt Ihr Kind darüber hinaus Interesse an fester Nahrung, können Sie ihm nach dem sechsten Lebensmonat erste kleine Happen festerer Babykost anbieten.
Richtige Pflege der ersten Zähne
Zur Reinigung der ersten Zähnchen genügt es, wenn Sie einen Wattestab oder ein fusselfreies, sauberes Tuch verwenden. Dies wischen Sie sanft vom Zahnfleisch her über den Zahnschmelz, um vorhandenen Plaque zu entfernen. Ebenso gut geeignet ist eine Fingerzahnbürste. Dabei wird die Fingerzahnbürste wie ein Fingerhut auf den Zeigefinger gesteckt. Sie erleichtert das Eindringen in die Mundhöhle und sorgt für eine sanfte Reinigung der Zähnchen. Eine ähnlich gute Anwendung erzielen Sie mit einem Putztrainer. Die weichen, bissfesten Lamellen sorgen auch hier für eine schonende Reinigung der ersten sichtbaren Zähne.
Achtung! Treten sehr starke Beschwerden auf oder Sie sind sich nicht sicher, ob sie mit dem Zahnen zusammenhängen, sollten Sie unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen.