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Windeldermatitis

Die Windeldermatitis ist eine Entzündung der Haut im Windelbereich. Über 50 Prozent aller Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter leiden mit mehr oder weniger starken Hautreizungen an einer Windeldermatitis. Die lokalen Hautreizungen werden durch das feuchtwarme Milieu rund um den Po hervorgerufen und sind gekennzeichnet durch Rötung, Nässen oder Schuppung der Haut. Das Risiko an einer Windeldermatitis zu erkranken, erhöht sich mit der Dauer des Tragens einer nassen Windel oder wenn das Baby an einem Durchfall leidet.

Auch wenn sich fast alle Windelträger früher oder später mit diesem unangenehmen Hautausschlag herumplagen, ist es empfehlenswert sofort etwas dagegen zu tun. Sie können Ihrem Baby Schmerzen ersparen und eine mögliche Folgeinfektion verhindern.


Ursachen einer Windeldermatitis

  • Die Hauptursache für einen Windelausschlag ist vor allem die Mixtur aus Urin und Stuhl. Dabei enthält der Stuhl in der Windel Verdauungsenzyme, welche die Haut angreifen. Aus dem Urin kann sich dagegen beißender Ammoniak bilden, wenn die Windel nicht oft genug gewechselt wird. Was die zarte Haut zusätzlich reizt und den Po schneller wund werden lässt. Dieses Gemisch bei vorgeschädigter Haut in einer feuchtwarmen Umgebung, bildet außerdem die Grundlage für eine Infektion mit Bakterien und Hefepilzen (Windelsoor).
  • Eine Hautirritation wird auch durch das fortwährende Reiben der Haut an der Windel sowie durch wiederholtes Reinigen mit scharfen Seifen oder Lotionen begünstigt.
  • Ungenügende Reinigung der empfindlichen Haut im Windelbereich. Die Haut sollte nach jedem Stuhlgang und Urinausscheidung sanft und vollständig von allen Rückständen befreit werden. Am Besten geeignet sind milde Reinigungstücher oder ein weicher Waschlappen.
  • Zu langes Tragen ein und derselben Windel. Eine feuchte Umgebung im Windelbereich senkt die Schutzfunktion der Haut und fördert die Entwicklung von Ausschlägen. Wechseln Sie die Windel Ihres Kindes regelmäßig, um einer Hautirritation vorzubeugen.
  • Babys mit trockener Haut oder Ausschlag sind zudem häufiger von einer Windeldermatitis betroffen. Ausschläge, gerade im Säuglingsalter sind oft Begleitsymptome bei Infektionskrankheiten. Gerade sie bieten Bakterien und Pilze eine gute Grundlage.


Anzeichen einer Windeldermatitis

  • Die Haut im Windelbereich ist gerötet und wund.
  • In einigen Fällen sind die Hautstellen nässend oder schuppig-trocken (Pilzbefall).
  • Der Babypopo schmerzt und juckt.
  • Das Baby schreit vermehrt und ist reizbar.
  • In einigen Fällen drückt das Baby sein Unbehagen auch durch Appetitlosigkeit aus.
  • Es schläft schlecht, sowohl am Tag als auch in der Nacht.
  • Beim Urinieren treten starke Schmerzen auf.
  • Oft treten Pustel und Pappeln auf. Das sind rote, leicht erhabene Verhärtungen. In schweren Fällen kommt es zu einer Ausdehnung außerhalb des Windelbereichs. Sobald Sie eitergefüllte Pusteln am Po Ihres Kindes feststellen, sollten Sie sofort einen Kinderarzt aufsuchen.
  • Treten im Mundraum gleichzeitig weiße Flecken auf, ist dies ein Hinweis dafür, dass eine Hefepilzinfektion vorliegt.


Vorbeugung und Behandlung eines Hautausschlages

  • Wechseln Sie die Windeln Ihres Babys möglichst bald nach Urin- und Stuhlgang, um die Feuchtigkeit auf seiner Haut zu reduzieren.
  • Achten Sie beim Anlegen einer neuen Windel darauf, dass die Windel nicht zu fest anliegt. Festsitzende Windeln reiben zusätzlich, was wiederum die zarte Haut Ihres Kindes schädigt.
  • Reinigen Sie den zarten Po Ihres Kindes mit lauwarmem Wasser oder hautfreundlichen Öltüchern. Gehen Sie bei der Reinigung sehr sanft vor, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen. Reiben sollte tabu sein. Tupfen Sie lieber Ihr Baby mit einem weichen Handtuch oder Papiertüchern trocken. Achten Sie darauf, dass sich in den angrenzenden Hautfalten keine Feuchtigkeitsreste befinden. Legen Sie die neue Windel erst an, wenn der Windelbereich wirklich trocken ist.
  • Lassen Sie Ihr Baby nach dem Waschen für kurze Zeit ohne Windel strampeln. Viel Licht und Luft beschleunigt den Heilungsprozess und ist für den wunden Po das Heilungsmittel Nummer Eins. Legen Sie aber für den Notfall eine Windel oder ein Tuch bereit.
  • Verwenden Sie Wegwerfwindeln und keine Stoffwindeln. Die abdichtenden Stoffwindeln tragen durch die Reibung des Stoffes zur Entstehung bzw. Verschlimmerung einer Windeldermatitis bei. Auch wenn die Wegwerfwindeln sehr saugfähig sind, sollten Sie Ihr Kind alle zwei Stunden am Tag und einmal in der Nacht die Windeln wechseln.
  • Wenn Ihr Kind an einem Durchfall leidet, müssen Sie die Windeln häufiger wechseln. Überprüfen Sie deshalb des Öfteren den Windelbereich.
  • Gönnen Sie Ihrem Kind spezielle Pflegeeinheiten. Geben Sie einige Tropfen Muttermilch auf den wunden Po. Diese soll die Hautreizung lindern. Ebenso natürlich ist die Verwendung von Johanniskraut-Rotöl. Dazu tauchen Sie ein Wattestäbchen in Johanniskrautöl und tupfen vorsichtig den Windelbereich Ihres Kindes ab. Die angegriffene Haut kann auch mit einem Kamillenbad beruhigt werden. Dafür gießen Sie einen Liter Kamillentee in das Badewasser. Auch ein lauwarmes Bad in Eichenrindensud fördert den Heilungsprozess. Darüber hinaus wirkt es schmerzlindernd. Sie können auch die angegriffene Haut aus 75 Zentimetern Entfernung mit Rotlicht bestrahlen.
  • Cremen Sie den Po mit einer Zinksalbe ein. Sie schützt vor weiteren Irritationen und hält die Feuchtigkeit von den betroffenen Hautstellen fern.
  • Wenn Sie Ihrem Baby bereits feste Nahrung geben, ist es denkbar, dass es auf einige Gemüsesorten oder Zitrusfrüchten mit einer Entzündung im Windelbereich reagiert. Versuchen Sie herauszufinden, welche Nahrungsmittel bei ihm eine Hautirritation hervorruft. Anschließend sollten diese Produkte nicht weiter zugefüttert werden.

Ist der Babypopo wieder entzündungsfrei, ist es Ratsam weiterhin vorsichtig zu bleiben. Fünf bis sieben Wickeldurchgänge pro Tag und regelmäßiges Lüften sollte zum Tagesablauf gehören. Bei einer immer wiederkehrenden Windeldermatitis oder hartnäckigen Verläufen, ist es unbedingt erforderlich einen Kinderarzt hinzuzuziehen.


Medikamentöse Behandlung

In den leichteren Fällen genügt es, wenn eine Zinkoxidpaste auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen wird. Dadurch wird die Haut vor einem direkten Kontakt mit der Windel geschützt. In den schwereren Fällen verordnet der Arzt eine Kortisonsalbe. Sie bewirkt, dass die Entzündung schnell abheilt. Bei einer Pilzinfektion wird der Arzt eine Salbe mit pilztötenden Wirkstoffen verschreiben. Dabei wirkt die Windel wie ein festsitzender Verband, womit die Wirkung der aufgetragenen Salbe verstärkt wird. Liegt eine bakterielle Infektion vor, ist die Einnahme von Antibiotika sinnvoll.

Ist der Po entzündet, hat er eine rote Farbe. Bei einem zusätzlichen Pilzbefall bilden sich schuppige Hautstellen oder eitrige Pappeln. Ob sich aber Bakterien oder Pilze auf der geschädigten Haut angesiedelt haben, kann nur von einem Arzt festgestellt werden.

Sie sollten unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen, wenn sich die Symptome nicht binnen weniger Tage bessern oder sich Pusteln bzw. Pappeln auf der Haut gebildet haben.