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Blähungskoliken / DreimonatskolikenEinige Säuglinge bringen ihre Eltern in den ersten Monaten zur Verzweiflung. Häufig verursacht durch erschwertes Einschlafen, häufiges Erwachen und kolikartige Schreiattacken. Studien haben gezeigt, dass bei fast jedem zehnten Säugling vor der Schreiattacke ein geblähter Darm vorliegt. Bei den meisten Säuglingen treten die Blähungen entweder gar nicht oder erst in Folge einer Schreiattacke auf. Momentan wird aber davon ausgegangen, dass es sich bei einer geringen Anzahl von Kindern um eine Verdauungsstörung und bei den anderen Kindern um eine Kombination von unterschiedlichen Ursachen handelt. Das Temperament des Kindes, ein noch nicht eingespielter Schlaf-Wach-Rhythmus und die Reaktion der Eltern auf die Schreiattacken spielen eine entscheidende Rolle. Die Anzeichen einer Dreimonatskolik:- Gut gedeihende und gesund aussehende Kinder sind betroffen.
- Die Schreiattacken treten oft in den späten Nachmittag- und Abendstunden auf.
- Die Kinder sind angespannt, trinken schnell, hören aber nach wenigen Schlucken auf.
- Sie beginnt in den ersten Lebenswochen und endet im Alter von drei bis fünf Monaten.
- Das Schreien ist schrill und kaum zu unterbrechen.
- Die Kinder haben oft Blähungen mit aufgeblähtem Bauch und Abgang von Winden. Sie ziehen andauernd die Beine an und ballen die Fäuste.
Trotz zahlreicher Studien in den letzten 40 Jahren ist die Ursache einer Dreimonatskolik immer noch nicht eindeutig geklärt. Da es sich bisher nur um Vermutungen handelt, ist bisher keine zielführende Behandlung möglich. Es gibt aber zahlreiche Ratschläge, die Ihrem Baby etwas Linderung verschaffen können. Da jedes Baby anders reagiert, liegt es an Ihnen als Eltern herauszufinden, welche Tipps Ihrem Baby wirklich helfen. Was Sie beim Füttern beachten sollten:- Vermeiden Sie bei Ihrem Kind zu schnelles trinken. Dadurch kann es vermehrt Luft schlucken.
- Nehmen Sie sich genügend Zeit, für das Aufstoßen nach der Mahlzeit. Viele Babys brauchen etwas Zeit bis die Luft entweichen kann.
- Eine aufrechte Sitzposition kann helfen, weniger Luft zu schlucken und öfters aufzustoßen.
- Beim füttern mit der Flasche sollte ein kleines Saugloch verwendet werden. Dadurch wird die Gefahr verringert, dass zuviel Luft geschluckt wird.
- Geben Sie Ihrem Baby kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt.
- Achten Sie darauf, dass die Schaumreste in der Flasche nicht mitgefüttert werden.
- Das Schreien nach der Mahlzeit kann auch der Ausdruck von Hunger sein. Geben sie Ihrem Kind abends mehr zu trinken, damit es in der Nacht ruhig schlafen kann.
Was Sie beim Stillen beachten sollten:- Viele Lebensmittel die Sie zu sich nehmen, können beim Kind Koliken auslösen. Achten Sie auf die Lebensmittel die Sie verzehren und filtern Sie diese heraus die Koliken auslösen.
- Nahrungsmittel, die bei Babys verstärkt Koliken auslösen können sind: Kohl, Zwiebel, Lauch, aber auch Pflaumen, Äpfel, Orangen, Hefe, Kaffee, Schokolade, Tee.
- Lassen Sie die Nahrungsmittel einzeln weg und beobachten Sie bei Ihrem Kind, ob die Blähungen nachlassen. Stellen Sie keine Verbesserungen fest, können Sie die Nahrungsmittel weiter verzehren.
- Beim Stillen sollte Ihr Kind in der richtigen Stillposition liegen und beim Trinken die Brustwarze ganz in den Mund nehmen.
- Rauchen Sie nicht und trinken Sie keine alkoholischen Getränke.
- Helfen die Maßnahmen nicht, sollten Sie zusätzlich überprüfen, ob Ihr Kind an einer Eiweiß-Unverträglichkeit oder Allergie leidet.
Welches Verhalten Ihrem Kind weiterhilft:- Beruhigen Sie Ihr Kind mit sanfter, leiser Musik bzw. singen Sie ihm etwas vor.
- Gönnen Sie Ihrem Kind eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn, verbunden mit etwas Babyöl.
- Gestalten Sie den Tag ruhig und ohne Hektik. Muten Sie Ihrem Kind nicht zu viele Reize zu. So können Sie ihm helfen, ruhig einzuschlafen.
- Geben Sie Ihrem Kind die notwendige Aufmerksamkeit, wenn es schreit. Dadurch erhalten sie das beruhigende Gefühl, dass jemand für sie da ist.
- Übergeben Sie Ihr Baby auch einmal dem Vater, wenn es gefüttert und trocken ist, aber trotzdem schreit. Denken Sie dabei an sich selbst, um dann wieder ruhiger und geduldiger im Umgang mit Ihrem Baby zu agieren.
- Wenn Schlafenszeit ist, schalten Sie Radio und Fernseher aus, dunkeln Sie die Räume ab und vermeiden Sie Hektik.
- Manchmal hilft es auch, das Baby herumzutragen, wenn Sie es mit dem Bauch auf Ihren Unterarm legen bzw. es hin und her wiegen.
Dreimonatskoliken können nicht verhindert werden. Berücksichtigen Sie aber die Ratschläge zum richtigen Füttern, Stillen und Umgang mit Ihrem Kleinkind. Achten Sie darauf schon bald nach der Geburt einen geregelten Tagesablauf einzuführen. Die Kinder brauchen eine gleich bleibende Routine, es gibt ihnen Stabilität und Ruhe. Denken Sie daran, dass Dreimonatskoliken für das Baby harmlos, aber für Sie als Eltern mit sehr viel Stress verbunden sind. Vergessen Sie daher bitte nicht während dieser Zeit, auf sich selbst zu achten. Achten Sie aber darauf, dass bei länger anhaltenden oder heftigen Beschwerden und zusätzlichen Symptomen wie Erbrechen, Fieber, Mattigkeit Ihr Kind sorgfältig ärztlich untersuchen zu lassen.
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