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DurchfallEine Durchfallerkrankung liegt vor, wenn Ihr Kind eindeutig öfter Stuhlgang hat als normalerweise und die Zusammensetzung des Stuhls dünner ist als sonst. Da das Darmsystem von Babys in den ersten 12 Lebensmonaten besonders empfindlich ist, kann in dieser Zeit jede Infektion mit Viren oder Bakterien zu einem Durchfall führen. Die häufigste Ursache einer Diarrhöe (Durchfall) ist eine Infektion des Darms. Säuglinge und Kinder verlieren durch den dickflüssigen oder breiigen Stuhl sehr viel Flüssigkeit. Da der Wasseranteil bei Kindern an der fettfreien Körpermasse um 1/3 höher ist, wirkt sich eine Diarrhöe bei ihnen (insbesondere bei Säuglingen) durch den starken Flüssigkeitsverlust, verbunden mit einem Elektrolytmangel schneller und schwerwiegender aus, als bei einem Erwachsenen. Dabei kann sogar eine länger andauernde Durchfallerkrankung, verbunden mit Erbrechen zum Schock führen. Das allgemeine Krankheitsbild stellt sich folgendermaßen dar:- Babys sind weinerlich, zeigen nur ein geringes Interesse an ihrer Umwelt und trinken wenig. Größere Kinder leiden an Appetitverlust. Einhergehend mit leichtem bis hohem Fieber sowie plötzlich auftretenden Erbrechen und Durchfall. Der Stuhl riecht faulig und schlecht.
- Der Bauch ist aufgedunsen und Darmgeräusche sind zu hören. Ältere Kinder klagen über starke, krampfartige Bauchschmerzen.
- Verbunden mit starkem Durchfall, tritt ein deutlicher Gewichtsverlust auf. Die Elastizität der Haut lässt nach, d.h. eine angehobene Hautfalte glättet sich langsamer oder bleibt sogar bestehen.
- Glänzende Augen, die tief in den Augenhöhlen liegen ist ein weiteres Anzeichen. Darüber hinaus ist das Kind träge, desinteressiert bis benommen. Besonders Säuglinge wirken auf einmal teilnahmslos und lethargisch. Die damit einhergehende Ruhe ist ein Zeichen, für einen erhöhten Wasserverlust. Das Kind kann in einen Schockzustand fallen, verbunden mit auftretenden Krampfanfällen.
Anzeichen einer Durchfallerkrankung bei:(Achten Sie dabei auf das Aussehen des Stuhls.) Infektionen des Magen-Darm-TraktsBei einer Entzündungsreaktion des Darms auf eine Infektion (z.B.: Lungen- oder Mittelohrentzündung, Grippe, Nasen- und Racheninfektion) kann der Stuhl wässrig, breiig, schleimig, schleim-eitrig oder blutig-schleimig sein. EnzymschwächeBei einer mangelhaften Verdauung der Nahrung treten breiige, massige, häufig glänzende, fettige und übel riechende Stühle auf. Erkrankung der DarmschleimhautEin fast identisches Aussehen hat der Durchfallstuhl auch bei einer Erkrankung der Darmschleimhaut. So z.B. bei einer Zöliakie, die durch eine Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Eiweißbestandteile im Getreide ausgelöst wird. Oftmals ist auch eine Medikamentenunverträglichkeit der Auslöser für eine Darmerkrankung. Insbesondere nach der Einnahme von Antibiotika kann es durch die Veränderung der Darmflora zu einer Diarrhöe kommen. Eine Überfütterung, ungewaschenes Obst und Gemüse, unzureichend durchgebratenes Fleisch, Eiswürfel in Getränken sowie ungenügende Hygiene können Durchfall herbeiführen. Behandlung eines akuten DurchfallsBeachten Sie, dass eine Durchfallerkrankung bei einem Säugling immer eine ernstzunehmende Erkrankung darstellt, die ohne Behandlung lebensgefährlich werden kann. Ist Ihr Baby jünger als 6 Monate, sollten Sie einen Arzt hinzuziehen. Bei älteren Säuglingen ist es Ratsam dann zum Arzt zu gehen, wenn der Stuhlgang stärker ist, bei breiigen, massigen Durchfall und bei chronischem oder blutigem Stuhl bzw. bei zusätzlichem Fieber oder Erbrechen. Wenn der Durchfall nicht so ausgeprägt ist, sollten Sie im Rahmen der Selbstmedikation folgende Punkte beim Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts beachten: - Während der ersten 6 Stunden sollte der Flüssigkeitsverlust mit einer Elektrolyt-Glukose-Lösung ausgeglichen werden. Wenn Ihr Kind das Getränk nicht mag, mischen Sie Tee (z.B.: Kamille, Pfefferminze, Fenchel), Wasser, Apfelsaft oder andere Säfte bei. Sollte Ihr Kind auch dieses Produkt verweigern, können Sie das Getränk auch selber mischen. Geben Sie auf 1 Liter Flüssigkeit mit 7 Teelöffeln Traubenzucker und 1 Teelöffel Salz hinzu.
- Gestillte Säuglinge bekommen neben der Elektrolyt-Glukose-Lösung weiter Muttermilch. Geben Sie Ihrem Kind zuerst die Lösung und füttern es anschließend mit so viel Muttermilch, bis es satt ist.
- Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ungefähr 100 bis 150 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht in 24 Stunden zu sich nimmt. Zu Beginn kann es erforderlich sein, alle fünf Minuten einen Esslöffel zu verabreichen. Danach kann die Flüssigkeitsmenge auf 50 ml alle 15 Minuten gesteigert werden.
- Nach 6 bis 10 Stunden können Sie den Kostaufbau mit der gewohnten Milchnahrung fortsetzen.
Dabei können Sie sich an folgenden Empfehlungen orientieren:- Babys, die nicht älter als 6 Monate sind, erhalten die übliche Säuglingsmilch mit der doppelten Menge Wasser verdünnt (1 Teil Milch plus 2 Teile Wasser). Verträgt Ihr Baby die Säuglingsmilch, genügt es, sie nur noch mit der gleichen Menge Wasser zu verdünnen (1 Teil Milch plus 1 Teil Wasser).
- Ab dem 7. Lebensmonat braucht die Milch nicht mehr verdünnt zu werden. Falls Ihr Kind schon daran gewöhnt ist, können Sie die Milchnahrung mit bindenden Nahrungsmitteln, wie z.B. Karottensuppe, geriebener Apfel, Bananenbrei oder Reissuppe ergänzen.
Ausnahme: Gestillte Babys werden weiter gestillt. - Bei älteren Kindern empfiehlt sich ein langsamer Kostaufbau mit fettarmen Gerichten. Speisen mit hohem Ballaststoffanteil sollten im Vordergrund stehen. Zu empfehlen sind u.a.: Vollkornnnudeln, Reis, Äpfel, Kartoffeln, Bananen, Zwieback, Karotten. Dazu sollten Sie Ihrem Kind ungesüßten Tee oder stilles Mineralwasser geben.
- Nach weiteren 1 bis 2 Tagen ergänzen sie den Speiseplan bei ältern Kindern nach und nach mit magerem Fleisch, Nudeln oder Reis als Einlage, Knäckebrot, Gemüse-, Hühner- oder Fleischbrühe. Wird Ihr Kind gestillt, stillen Sie es wie gewohnt weiter. Nicht gestillte Babys können mit der üblichen Menge an Säuglingsmilch gefüttert werden.
Beachten Sie dabei immer, dass Durchfallerkrankungen bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern zu erheblichen Salz- und Flüssigkeitsverlusten führen. Deshalb sollten Sie möglichst frühzeitig einen Arzt aufsuchen. Nur er ist in der Lage, mögliche Ursachen herausfinden.
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